Im Zuge der Finanz- und Bankenkrise kommt es weltweit zu Protesten gegen den vorherrschenden Kapitalismus. Die Debatten rund um das kapitalistische Wertesystem zielen immer wieder auf die Auffassung ab, dass das System sich selbst überhole und zwangsläufig sich selbst zerstören wird. Dabei verschwimmen die unterschiedlichen Auffassungen, was den Kapitalismus letztlich ausmacht.
Die Marktliberalisierung mit dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage ist Grundlage eines modernen, kapitalistischen Wirtschaftssystems. Die Marktteilnehmer, insbesondere die Unternehmer, sind in ihrer kapitalistischen Gesinnung getrieben durch das Ziel der Wertschöpfung und Gewinnmaximierung.
Der britische Ökonom John Maynard Keynes erkannte in der Wirtschaftskrise der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, dass eine Volkswirtschaft nicht vollständig ohne Intervention des Staates (Wirtschaftspolitik) auskommen kann. Der Kapitalismus der Neuzeit wird häufig mit Wirtschaftsleitbildern wie der Sozialen Marktwirtschaft gleichgesetzt. In der Wissenschaft wird der Begriff daher kontrovers diskutiert.
Unabhängig von der historisch abgeleiteten Definition führt ein kapitalistisches Wirtschaftssystem langfristig zur ungerechten Verteilung der Produktionsfaktoren zu Gunsten des Kapitals, zum Großunternehmertum und zu Einkommensungerechtigkeiten bis hin zu Verteilungskämpfen.
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