Frauen und Karriere – Ein Wandel der Gesellschaft

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Kaum zu glauben: Noch bis 1977 schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass der Ehemann zustimmen muss, wenn seine Frau arbeiten will. Seit Erscheinen von Alice Schwarzers „Der kleine Unterschied“ (1975) hat sich in Sachen Frauen und Karriere also einiges getan. So werden heute laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 27 Prozent aller Führungspositionen von Frauen besetzt. Auf den ersten Blick ist es für Frauen leichter geworden, Karriere zu machen und man muss schon genauer hinsehen, um zu erkennen, dass die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt noch ein gutes Stück entfernt ist. So sind zwar 52 Prozent aller Studienabgänger weiblich, in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen sitzen jedoch nur 3,2 Prozent Frauen, in den Aufsichtsräten sind es 10,6 Prozent. Karriere machen Frauen heute eher in kleinen und mittleren Betrieben. In Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten liegt der Anteil der Chefinnen bei 29,2 Prozent, in Unternehmen, die mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen, beträgt der Frauenanteil in der 1. Führungsebene 16,9 Prozent.

Um Karriere zu machen, müssen Frauen nach wie vor mehr leisten als Männer. Beim Versuch, die nächste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen, stellen Frauen fest, dass bei gleicher Qualifikation und Eignung männliche Kollegen bevorzugt werden. Auch sind Frauen oft noch gezwungen, sich zwischen Karriere und Familie zu entscheiden, da es an geeigneten Betreuungsangeboten für Kinder fehlt, während Männer ganz selbstverständlich Karriere machen und Kinder haben.
Trotz allem sind karriereorientierte Frauen auf dem Vormarsch: In einigen EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich, Norwegen, den Niederlanden oder Spanien wurden bereits Frauenquoten für Vorstände und Aufsichtsräte eingeführt. In Deutschland bemüht sich die Bundesregierung um die sogenannte Flexi-Quote – die Selbstverpflichtung der Unternehmen, mehr Frauen in Führungspositionen zu beschäftigen. Außerdem organisieren sich Frauen, die Karriere machen wollen, in Netzwerken wie dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU), der Deutschlands größte Datenbank für weibliche Führungskräfte bereithält.

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