Der deutsche Staat erhebt zahlreiche Steuern und eine davon ist die Abgeltungssteuer, die im Jahr 2009 eingeführt wurde. Die Abgeltungssteuer wird auf Kapitalerträge erhoben wie auf Zinsgewinne und Dividenden. Obgleich sie zunächst in der Kritik stand, hat sich die Steuer als praktikabel bewährt. Bis zum Jahre 2009 musste sie in der Einkommenssteuererklärung in der Anlage KAP angegeben werden, solange sie nicht dem Steuerfreibetrag unterlag. Der Sparer musste also für die Abführung dieser Steuer sorgen, was sich als sehr lästig für Steuerzahler erwies und ein Beispiel für ein kompliziertes Steuerrecht war. Seit 2009 liegt diese Verpflichtung nun bei den Banken und Sparkassen. Die Geldinstitute sind nun verpflichtet, den steuerlichen Anteil aus allen Kapitalerträgen an das Finanzamt abzuführen, ohne dass der Steuerzahler etwas damit zu tun hat. Wenn eine Steuer dort erhoben wird, wo man sie erwirtschaftet hat, trägt sie die Bezeichnung einer Quellensteuer. Wer sich durch diese Steuer benachteiligt fühlt, kann auch einen Freistellungsauftrag einreichen und einen Sparerpauschbetrag stattdessen abführen.

Aus dem Sparerfreibetrag wurde der Sparerpauschbetrag. Der Sparerpauschbetrag entspricht dem Freibetrag, der früher als Sparerfreibetrag bekannt war. Er besteht aus einer Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 Euro und einem Steuerfreibetrag von 750 Euro, was zusammen einen Sparerpauschbetrag von 801 Euro ergibt oder für Ehepaare 1602 Euro. Dafür hat der Staat die Freibeträge auf Gewinne storniert, die aus Wertpapieren oder Aktien entstehen. Früher betrug der Freibetrag hierfür 512 Euro. Durch die Änderung von 2009 muss der Anleger nun eine Abgeltungssteuer auf alle Fonds und Aktien zahlen, die länger als ein Jahr im Wertpapierdepot verbleiben. Die Kapitalerträge werden seit 2009 ebenfalls pauschal besteuert statt mit einer persönlichen Steuer in Höhe von 25 Prozent. Allerdings können Sparer, die weniger als 25 Prozent als Steuersatz zahlen, einen Teil der erhobenen Steuern in der Einkommenssteuererklärung aufführen und so eine Rückerstattung dafür bekommen.

Banken stellen eine Jahressteuerbescheinigung aus

Wer als Sparer erhobene Steuern in der Einkommenssteuererklärung angeben kann, sollte dafür eine Jahressteuerbescheinigung von seiner Bank beantragen und diese mit einreichen. Aus ihr muss allerdings genau hervorgehen, in welcher Höhe die Bank die Steuern ans Finanzamt abgeführt hat. Dies gilt ebenfalls für alle im Ausland erwirtschaftete Kapitalgewinne. Hierbei sollte der Steuerzahler auf jeden Fall beachten, dass ausländische Bankinstitute nicht dazu verpflichtet sind, die Abgeltungssteuer an das deutsche Finanzamt zu leisten. In solchen Fällen muss der Steuerzahler sich selbst darum kümmern, wenn er keine Steuerhinterziehung begehen will. Diese Abgeltungssteuer muss dann wieder in der Einkommensteuererklärung in der Anlage KAP aufgeführt werden.

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