Bei einem Furunkel (lat.: „kleiner Dieb“) dringen Bakterien durch die Haut in das Haarfollikel ein. Dazu genügt eine kleine Wunde, die den natürlichen Schutz der Haut an dieser Stelle durchbricht und so den Weg frei macht für Erreger. Die Bakterien in dem Haarfollikel vermehren sich und führen zu einer Haarbalgentzündung. Diese verschwindet meist von allein wieder, aber es kann auch sein, dass sich das umliegende Gewebe ebenfalls entzündet. Dabei sammelt sich Eiter und so bildet sich ein Furunkel. Es zeigt sich durch eine wachsende Erhebung, die rot ist und sich prall und fest anfühlt. Das Furunkel wächst so lange, bis es irgendwann platzt und der Eier abfließen kann.

Bilden sich mehrere Furunkeln, kann es zu einem sogenannten Karbunkel kommen, bei dem sich der darunterliegende Muskel und Fettgewebe entzünden. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen, weswegen solche pickelähnlichen Beulen nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten. Die Blutvergiftung wird ausgelöst, wenn sich der Eiter nach innen statt nach außen entleert, deshalb sollte an einem Furunkel auf keinen Fall herumgedrückt werden.

Meist handelt es sich bei dem auslösenden Bakterium um das Staphylococcus aureus, das sich auf unserer Haut angesiedelt hat. Zu einer Infektion kann es vor allem dann kommen, wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch andere Krankheiten. Normalerweise ist das Immunsystem sonst in der Lage, die Bakterien zu bekämpfen und so eine Infektion zu verhindern. Betroffen von Furunkeln sind besonders häufig Männer, die stark schwitzen und viel Behaarung am Gesäß haben.

Wer ein Furunkel entdeckt, kann im Frühstadium eine schieferölhaltige Paste verwenden. Diese bewirkt, dass sich die Beule nach außen entleert. Da die Haut durch die Wirkstoffe gereizt werden kann, sollte man auf die Konzentration der Wirkstoffe achten. Im Gesicht sollte man nur eine geringe Konzentration verwenden.

Ein besonders großes Furunkeln muss vom Arzt behandelt werden. Dieser öffnet es mithilfe eines Skalpells oder einer Kanüle. Es muss danach täglich desinfiziert werden, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Teilweise kann es nötig sein, ein Antibiotikum einzunehmen. Bei einem Furunkel im Gesicht sind noch strengere Maßnahmen nötig. Der Patient muss im Krankenhaus bleiben, darf nicht sprechen und darf nur passierte Nahrung zu sich nehmen, damit die Entzündung nicht weiter gereizt wird und die Bakterien keine Blutvergiftung hervorrufen können.

Um Furunkeln vorzubeugen, ist eine tägliche Hautpflege und -reinigung wichtig.

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