Für den Kauf von Immobilien gibt es zahlreiche und auch sehr unterschiedliche Möglichkeiten, wobei das Modell Mietkauf eine spezielle Variante darstellt. Beim Mietkauf sind im Allgemeinen zwei Arten anzutreffen. Das klassische Mietkaufmodell sieht vor, dass der Eigentümer einer Immobilie einem Kunden/Mieter anstelle des normalen Kaufs den Erwerb des Hauses oder der Eigentumswohnung auf Basis eines Mietkaufs anbietet. Eine weitere Variante beim Mietkauf stellt das sogenannte Optionskaufmodell dar. Der Kunde erwirbt beispielsweise über eine Wohnungsgenossenschaft das Recht, zu einem späteren Zeitpunkt noch Eigentümer der Immobilie zu werden.

Mietkauf funktioniert theoretisch grundsätzlich sehr einfach. Der Grundgedanke beim Mietkauf ist, dass Kunden eine Immobilie kaufen. Sie bezahlen allerdings den Kaufpreis nicht sofort. Vielmehr stundet der Verkäufer den Kaufpreis. Der Käufer begleicht ihn je nach Vereinbarung nach einem, fünf oder eben auch erst nach 25 Jahren. In der Phase der Stundung zahlen Mietkäufer dem Verkäufer eine Miete, die sich aus Zinsen und einem Tilgungsbetrag zum eigentlichen Kaufpreis zusammensetzt. Zusätzlich kommen noch die warmen Betriebskosten zu den Mietkosten hinzu. Läuft die vereinbarte Mietkaufzeit ab, wird der restliche Verkaufspreis fällig, wenn eine Restzahlung vorgesehen ist. Bei der Variante Mietkauf als Optionskauf ist der Käufer/Nutzer nicht verpflichtet, die Wohnung oder das Haus zu einem späteren Zeitpunkt komplett zu übernehmen. Erst wenn der Nutzer entscheidet, die Option, Eigentümer zu werden, wahrzunehmen, muss er den restlichen Kaufpreis bezahlen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Mietkauf und Erbpacht besteht darin, dass sich die Erbpacht immer nur auf das Grundstück an sich bezieht. Auf dem Pachtgrundstück befindliche Gebäude sind nicht von der Pacht betroffen. Bei Erbpacht mietet man ein Grundstück und baut darauf eine eigene Immobilie. Die Pachtdauer des Erbpachtgrundstücks ist in der Regel auf 99 Jahre angelegt. Regelmäßige beziehungsweise dynamische Erhöhungen beim Pachtzins, entsprechend der allgemeinen Preisentwicklung, können vorgesehen sein. In jedem Fall ist der Pächter während der Pachtdauer der Eigentümer der Immobilie und darf diese auch veräußern. Der neue Hausbesitzer übernimmt alle bisherigen und weiteren Pflichten aus dem Pachtvertrag.

Der größte Vorteil zeigt sich bei einem Mietkauf darin, dass der Käufer die monatlichen in ihrer Höhe unveränderlichen Raten kennt. Eine sehr sichere Planung der Finanzierung ist für die gesamte Laufzeit des Mietkaufvertrages möglich. Als späterer Eigentümer muss der jetzige Mieter keine externe Finanzierung aufnehmen. Das erspart ihm Verhandlungen mit der Bank und die Bonitätsprüfung. Beim Mietkauf gibt es außerdem keinen Schufa-Eintrag. Eine Kreditaufnahme zu irgendeinem späteren Zeitpunkt scheitert nicht am Mietkauf. Mietkäufer können sich eine Immobilie dann leisten, wenn sie über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, welches über dem Durchschnitt liegt. Von Vorteil sind Ersparnisse, wenn ein einmaliger Anzahlbetrag dazu beitragen kann, die monatlichen Raten zu verringern. Mietkäufer können jederzeit untervermieten oder das Objekt an einen Dritten verkaufen. Das erweist sich beispielsweise als Vorteil, wenn aus beruflichen Gründen ein Umzug erfolgen muss oder es zu längerer Arbeitslosigkeit kommt.

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