Der Eisbach München liegt nicht nur im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt, sondern lässt vor allem auch Surfer-Herzen schneller schlagen! Hier wird nämlich auch ohne Meer gesurft! Wie das geht? Auf einer stehenden Welle!

Gesurft wird auf dem Eisbach München immerhin schon seit 35 Jahren! Damals kam Dieter Deventer als erster auf die Idee, mit einem Brettl die Welle zu reiten. Angefangen hat es an der Floßlände: zuerst hielten sich die Surfer noch an einem Stock mit einem Seil fest, das an die Bäume gebunden wurde, also wie beim Wakeboarden. Doch bald merkten sie, dass man das Seil gar nicht braucht. Von da an entwickelte sich eine unglaubliche Leidenschaft für das Surfen und schon bald wechselten die erfahreneren Surfer auf den Eisbach München.

Eisbach-surfen ist nichts für Anfänger, da im Wasser so einige kantige Steine lauern, also empfiehlt es sich, erst mal ordentlich zu üben, zum Beispiel eben auf der stehenden Welle an der Floßlände in Thalkirchen. Selbst Wellenreiter sollten nicht denken, sie können surfen, und sich einfach in den Eisbach werfen, denn die Wassermassen bewegen sich doch etwas anders als auf offener See. Okay, die Profis im Dokumentarfilm Keep Surfing von Regisseur Björn Richie Lob haben es doch getan, sie haben sich einfach hineingestürzt, aber die sind ja auch echt crazy.

Übrigens ist der Eisbach München ein von der Isar abgeleiteter Kanal, er wurde vor über 200 Jahren von einem Gartenbaumeister im Rahmen eines Bachsystems angelegt und fließt durch den gesamten Englischen Garten. Doch nur unter der Brücke an der Prinzregentenstraße bildet sich eine etwa einen halben Meter hohe Welle. Die Stromschnelle entsteht durch eine Steinstufe unter der Brücke und so kann jetzt, dank eines Anbaus, auf dem Eisbach München das ganze Jahr gesurft werden.

Außerdem wurde zeitgleich mit dem Film das Surfen auf der stehenden Welle im Eisbach München im April 2010 auch legalisiert! Die Stadt hat sich nämlich für die Surfer und einen bekannten sowie durchaus außergewöhnlichen Sightseeing Spot für Touristen aus aller Welt eingesetzt. Dies war möglich, indem sie mit dem Freistaat Bayern Grundstücke getauscht hat. Witzigerweise darf man jetzt auf dem Eisbach surfen, aber man darf immer noch nicht dort baden, auch wenn es nicht danach aussieht.

Spätestens seit Keep Surfing ist der Eisbach München natürlich international bei allen Surfern bekannt. Und diese sind mehr als begeistert, dass die Faszination Surfen mittlerweile so viele Menschen dazu bringt, auf dem Eisbach zu surfen. Im Film werden die wichtigsten Locals interviewt und unter anderem einige geniale Scenen von und mit Dieter Deventer gezeigt. Inzwischen gibt es auch andere Flusswellen, die die Freaks auf der ganzen Welt entdeckt haben, aber die stehende Welle im Eisbach München ist sicher eine der bekanntesten.

Bildquelle: Zxb via wikimedia.org

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