Die wohl unbeliebtesten Zahlungen, die jeder von uns vornehmen muss, sind die Steuern. Steuern gibt es fast so lange wie die menschliche Zivilisation, aber so richtig daran gewöhnt hat sich noch niemand. Per Definition sind „Steuern Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen“ (§ 3, Absatz 1 Abgabenordnung). Sie dienen einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen und sind an keine bestimmten staatlichen Leistungen gebunden. Steuern bzw. artverwandte Abgaben gibt es seit der Antike, auch die Germanen kannten eine freiwillige Abgabe an ihre Fürsten. Der Versuch der Römer, sie mit in das komplexe römische Steuerrecht zu nehmen, endete – angeblich – in der Schlacht vom Teutoburger Wald. Die Folgen sind bekannt.

Seit dem hat sich im deutschen Steuersystem einiges getan. Inzwischen gibt es in Deutschland ca. 50 Steuerarten. Die wichtigsten Steuern, „wichtig“ im Sinne von höchsten Staatseinnahmen, sind die Steuern auf das Einkommen der werktätigen Bevölkerung: Lohn- und Einkommensteuer. Laut Bundesministerium der Finanzen lag der Anteil der Lohnsteuer am Gesamtsteuereinkommen 2007 bei 24,5%. In ganzen Zahlen heißt das: 538,2 Milliarden Euro Gesamteinnahmen, davon 131,8 Milliarden Euro Lohnsteuer. Hierbei handelt es sich um die bekannteste direkte Steuer, sie wird direkt vom Steuerschuldner an den Staat bzw. die zuständigen Finanzbehörden abgeführt. Weitere bekannte indirekte Steuern sind Kapitalertragsteuer (Steuern auf Kapitalerträge wie z. B. Dividenden) oder Körperschaftsteuer (die Einkommensteuer von juristischen Personen wie z. B. einer AG). Weiterhin gibt es noch eine Reihe von indirekten Steuern, die bekannteste ist sicher die Umsatzsteuer (vor 1973 noch Mehrwertsteuer). Die Steuerlast wird nicht direkt vom Käufer (Steuerträger) abgeführt, sondern vom Verkäufer. Der Anteil der Umsatzsteuer am gesamten Steuereinkommen ist ebenfalls beträchtlich, 2007 lag er bei 23,7% (127,5 Milliarden). Lohnsteuer und Umsatzsteuer zusammen machen also fast die Hälfte der Steuereinnahmen aus. Manche Steuern muten etwas seltsam an. Bis 1965 gab es eine Süßstoffsteuer, 1922 als Ausgleich für die durch die Zuckerersatzstoffe wegfallende Zuckersteuer eingeführt. Die Einnahmen waren so gering (knapp 2 Millionen DM jährlich), dass sie abgeschafft wurde. Die Zuckersteuer selbst gibt es seit 1993 ebenfalls nicht mehr, lässt sich aber bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als der Handel mit Rohrzucker aus Übersee in Schwung kam.

Andere Steuern haben ebenfalls eine lange Tradition, die Hundesteuer lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Andere Steuern wurden zu einem bestimmten Zweck eingeführt aber nie wieder abgeschafft. Typisches Beispiel ist die Sektsteuer, offiziell Schaumweinsteuer. 1902 wurde sie im Deutschen Reich zur Finanzierung der Kriegsflotte eingeführt und seitdem – bis auf eine kurze Unterbrechung zwischen 1933 und 1939 – wird sie als Verbrauchsteuer nicht nur auf Sekt erhoben.

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