Schon vor mehr als 10.000 Jahren begannen Menschen, wildwachsendes Getreide zu kultivieren, um daraus Brot herzustellen. Um das Jahr 1000 gab es in Mitteleuropa die ersten Bäckereien. Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert veränderte die gesamte Lebensmittelherstellung. In industriell hergestellten Backöfen begann die Massenproduktion von Brot und anderen Backwaren. Viele der heutigen städtischen Bäckereien werden von Fabriken mit fertigen Backwaren aller Art beliefert. Andere Bäckereien backen ihre Laibe im eigenen Backofen aus vorgefertigten Teigmischungen. Dennoch lebt das Bäckerhandwerk in vielen kleineren Betrieben weiter.

Heute gehört Brot zu den wichtigsten Bestandteilen unserer Ernährung. Zum backen benötigen Bäcker immer lediglich vier Dinge. Das sind Mehl und Wasser sowie Salz und ein Backtriebmittel für den Teig. Aus diesen vier Grundzutaten werden unzählige verschiedene Brotsorten hergestellt. In Deutschland gibt es eine riesige Menge unterschiedlicher Sorten, die aus verschiedenen Mehltypen und Backtechniken hergestellt werden.

Kürbiskern-, Bauern- oder Roggenvollkornbrot sind nur einige von den mehreren hundert Sorten, die es in Deutschland gibt. Bäckereien versehen sie zudem noch mit weitaus vielfältigeren Bezeichnungen. Brotsorten lassen sich zu den Gruppen der Weizen-, Weizenmisch-, Weizenvollkorn-, Roggen-, Roggenmisch-, Roggenvollkorn- und Spezialbrote zusammenfassen. Bei Weizen- und Roggenbackwaren ist die für die Mehlherstellung verwendete Getreideart eindeutig. Bei Spezialanfertigungen ist das nicht so einfach. Hier kommen auch die Getreidearten Dinkel, Gerste, Hirse und Hafer zum Einsatz. Auch Mais- oder Reismehl kommt in Teigmischungen vor. Dabei zählen Hafer, Gerste, Mais, Reis und Hirse zu den Nicht-Brotgetreiden. Damit man dennoch damit backen kann, muss ein bestimmter Roggen- oder Weizenanteil im Teig gewährleistet sein. In einigen Fällen wird das Getreide vor dem Mahlen zum Keimen gebracht.

Dennoch sind auch Spezialbrote nicht so speziell, wie man vermuten sollte. Spezialbackwaren mit Getreidearten wie Hafer- oder Hirse enthalten mindestens 20 Prozent der Nicht-Brotgetreidearten. Bei einem Mehrkornlaib muss der Anteil von Nicht-Brotgetreidearten mindestens 5 Prozent betragen. Wer Deutschland für einen Urlaub in andere Regionen Europas oder der Welt verlässt, wird nach einiger Zeit sein geliebtes Brot und vor allem die große Auswahl an Sorten vermissen. In asiatischen Regionen gibt es beispielsweise gar keine Backtradition. Zumindest in den Läden größerer Supermarktketten wird man fabrikmäßig gefertigte Backwaren und ein, zwei Brotsorten antreffen. Was für Deutsche als lebensnotwendig erscheint, ist hier ohne Bedeutung. Man könnte, schwer vorstellbar für Deutsche, auch ein Leben ohne Brot führen.

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