Genau genommen ist der europäische Kontinent ein Subkontinent, der zusammen mit Asien den eurasischen Kontinent bildet. Allerdings verbirgt sich hinter dem Begriff Europa deutlich mehr als eine geographische Region. Insgesamt leben auf diesem Kontinent über 700 Mio. Menschen auf einer Fläche von ca. 10,5 Mio. Quadratkilometern. Nach Osten gibt es keine genaue geographische Grenze, die Europa von Asien trennt. Allerdings wird der Teil Russlands, der westlich des Kaukasus liegt, zu Europa gezählt.

Bernhard Henri Levy sagte: „Europa ist kein Ort, sondern eine Idee“ und dies spiegelt den eigentlich europäischen Gedanken wieder. Es geht nicht um eine Region, sondern um einen Zusammenschluss von Staaten, die heute auch rechtlich in der Europäischen Union (EU) zusammen gehören. Bei ihrer Gründung unter dem Namen Euroäpische Gemeinschaft im Jahr 1951 gab es 6 Mitglieder (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande). Im Laufe der Zeit gewann die Union immer mehr Mitglieder, so dass heute 27 Länder Mitglied Europas sind.

Die EU wurde nicht nur größer, sondern die Länder Europas wuchsen auch rechtlich mehr und mehr zusammen. Im Jahr 1968 wurde die Zollunion eingeführt, welche den zollfreien Handel zwischen EU-Mitgliedern möglich machte. Der nächste Schritt war der europäische Binnenmarkt. Dank der 27 Mitglieder, handelt es sich hierbei um den größten Binnenmarkt der Welt und weitere Bewerber warten schon.

Im Jahr 1999 wurde der Euro in 17 Staaten Europas als gemeinsame Währung eingeführt. Zunächst nur als Buchgeld der Zentralbanken und ab 2002 auch als Barzahlungsmittel, welches D-Mark, Lire und Co. ablöste. Die Idee hinter dem Ganzen war genial. Was der Großteil der Einwohner Europas nur im Urlaub bemerkt – nämlich überall in Europa bezahlen zu können, ohne Geld zu wechseln – brachte vor allem der Wirtschaft große Vorteile. Doch wer Mitglied der europäischen Währungsunion werden wollte, musste strenge Auflagen erfüllen. Zum Beispiel durfte die Neuverschuldung nicht über 3% und die Summe der Schulden nicht über 60% des Bruttoinlandsproduktes liegen. Dies war zwingend nötig, um eine stabile Währung zu gewährleisten. Leider fälschten Länder wie Griechenland ihre Statistiken, um diese Kriterien erfüllen zu können und auch der „Musterschüler“ Deutschland verletzte nach der Euroeinführung diese Auflagen immer wieder. Mögliche Sanktionen wurden allerdings nie verhängt, was immer wieder zu Kritik führte.

Das Resultat dieser Nachlässigkeiten sind immer weiter wachsende Schuldenberge in den Staatshaushalten Europas. Um die Union nicht auseinander brechen zu lassen, fließt nun Geld von den starken zu den schwachen Ländern, doch ob sie Europas Schuldenlast tragen können, kann keiner vorhersagen.

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