Allein in Deutschland leiden Millionen Menschen unter Rheuma. Unter diesem Begriff werden viele Krankheiten zusammengefasst, er kommt aus dem Griechischen und beschreibt einen reißenden, ziehenden Schmerz. Auch wenn viele denken, dass Rheuma hauptsächlich ältere Menschen betrifft, ist dies ein Trugschluss – selbst Kinder können schon an Rheuma erkranken.

In den sogenannten rheumatischen Formenkreis fallen Krankheiten wie Fibromyalgie, Arthrose, Gicht, Lupus, Rippenfellentzündungen, Augenentzündungen sowie Entzündungen des Darms, der Gefäße und der Nerven. Die Form von Rheuma, die am häufigsten mit dem Krankheitsbegriff verbunden wird ist die Rheumatoide Arthritis. Hier ist die körpereigene Immunabwehr gestört und lenkt zerstörende Zellen in Gelenke und ins Gewebe. Rheumatoide Arthritis gehört daher zu den Autoimmunkrankheiten.

Typische Symptome für diese Art der Erkrankung sind Schmerzen in den Fingergelenken, die vor allem morgens und nachts auftreten. Zudem kann in diesen Gelenken eine Steifigkeit auftreten, die zunächst vorübergehend ist. Typisch ist, dass die Gelenke an den Händen spiegelbildlich schmerzen, zum Beispiel an beiden Händen das Ringfingergelenk. Im weiteren Verlauf sind neben den Händen auch weitere Gelenke betroffen. Es können Veränderungen an den Gelenken auftreten, beispielsweise eine Umformung der Fingerknochen oder gummiartige Knoten, die an den Steckseiten der Gelenke entstehen. Typisch ist eine Verdickung der Fingergelenke. Seltener sind auch die Organe wie Herz, Lunge, Augen, die Haut und die Tränen- und Talgdrüsen von der Erkrankung betroffen. Es kommt dann in diesen Körperteilen vermehrt zu Entzündungen. Neben den Entzündungen und den damit verbundenen Schmerzen fühlen sich Rheuma-Patienten oft dauerhaft müde und abgeschlagen.

Die Rheuma-Therapie soll verhindern, dass immer mehr Gelenke von der Krankheit betroffen werden. Hier helfen schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, das Einnehmen oder Spritzen von Kortisonpräparaten, Ergotherapie, Reha-Maßnahmen oder auch operative Eingriffe, die im Notfall eine zu stark betroffene Gelenkschleimhaut entfernen und künstlich rekonstruieren. Da die Ursachen für Rheumatoide Arthritis bisher nicht abschließend geklärt sind, ist es bislang nicht möglich, die Krankheit vollständig zu heilen, man kann lediglich den Verlauf verlangsamen.

Neben schulmedizinischen Maßnahmen wenden heute auch viele Patienten alternative Heilmethoden an. Hier können gegen Rheuma zum Beispiel Hydrotherapie (verschiedene Therapien mit Wasser, Thermalbäder…) oder auch das regelmäßige Auflegen von Umschlägen (zum Beispiel mit Schwedenbitter, Quark oder Kohl) helfen, wobei sich die Heilkräfte von Pflanzen zunutze gemacht werden. So können zum Beispiel Auszüge und Umschläge mit Brennesselextrakten Linderung verschaffen. Mittel wie Weidenrinde, Teufelskralle, Birke, und Weihrauch haben sich in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ebenfalls bewährt. Andere alternative Heilmethoden bei Rheuma sind zudem Akupunktur und das Einnehmen homöopathischer Mittel. All diese Substanzen können helfen, die Gelenke wieder beweglicher zu machen und das Voranschreiten der Krankheit zu verhindern bzw. zu verlangsamen.

Ähnliche Beiträge

Keine Kommentare

Keine Kommentare bisher.

Diesen Beitrag kommentieren