Welche Faktoren bestimmen den Ölpreis?

Einer der wichtigsten Faktoren, die den Ölpreis (lpreis) beeinflussen, ist die Nachfrage. Mit etwa 25% am Weltmarktanteil sind die Vereinigten Staaten von Amerika derzeit größter Verbraucher. Danach folgt China, dessen rasant wachsende Wirtschaft einen ungeheuren Hunger auf billige Energie hat. In keinem der beiden Länder ist das Problembewusstsein der Verbraucher so entwickelt wie in Europa, sonst könnten sie ihren Ölkonsum drastisch senken.

Auf der anderen Seite wird der Ölpreis vom Angebot bestimmt. Das ist zum einen die täglich geförderte Menge Rohöl, zum anderen die ausgewiesenen Ölreserven. Mit einem etwa 40-prozentigen Marktanteil kommt der Hauptstrom aus den arabischen Ländern, die ihre Interessen in der OPEC, der Organisation der Erdöl exportierenden Länder, bündeln.
Entsprechend der Kartellabsprachen der OPEC hängt die erlaubte Fördermenge eines Landes von dessen Ölreserven ab. Die ausgewiesenen Reserven wachsen kontinuierlich, obwohl in den letzten Jahrzehnten keine größeren Ölfelder mehr gefunden wurden. Dahinter verbergen sich buchhalterische Tricks, mit denen es sich Staaten, denen gerade das Geld knapp ist, selbst gestatten, die Fördermenge anzupassen. Außerdem steckt dahinter die Drohung, den Markt mit billigem Öl zu überschwemmen, wenn ernsthaft in alternative Energien investiert werden sollte.

Da kaum mehr Öl gefördert als verbraucht wird, kann auch eine kurzfristige Verknappung des Angebots durch eine Unterbrechung der Produktionskette den Ölpreis genauso antreiben wie militärische Konflikte.
Weil der Ölpreis an den Dollar gekoppelt ist, haben Schwankungen der amerikanischen Währung ebenfalls eine preisbildende Wirkung. Fällt der Dollarkurs, erhöht sich in den anderen Währungsräumen die Nachfrage nach dem nun für sie günstigeren Öl, was in der Folge den Ölpreis wieder steigen lässt. Verstärkt wird dieser Effekt durch Spekulanten, die Währungsrisiken mit Öl absichern. Seit Öl als Börsenwert an den Rohstoffmärkten in New York und London gehandelt wird, ändert sich der Ölpreis jede Sekunde.

Experten gehen davon aus, dass bereits die Hälfte der Ölvorkommen der Erde verbraucht ist. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Ölvorkommen komplett versiegen, denn sobald der Energieaufwand für die Förderung der letzten Reserven größer ist als der Energiegewinn, wäre dieses Öl keine Energiequelle mehr.

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