Ein Deutscher in Paris

Eiffel TowerFoto ©Copyright: Sergey Borisov

Einen Bericht über Paris als Stadt der Liebe oder Paris sehen und sterben, wie man es möchte – oder gehört das in einen Blog über eine andere Stadt? Jedenfalls ist mein eintägiger Trip Inhalt dieses Beitrags in diesem Blog. Eines kann ich jetzt mit Sicherheit sagen: Paris ist speziell. In welcher Form speziell? Nun, wo fange ich da besten an? Ich kam nach Paris, nach einer langen Busfahrt. Dementsprechend war ich sehr, sehr müde und – da es früher Morgen war – auch hungrig. Und was macht man so als deutsches Gewohnheitstier, was sicherlich auch den Vorurteilen vieler Franzosen entspricht? Richtig, ich gehe zu einer bekannten Fastfoodkette. Die ist sicherlich schon öfters in diesem Blog erwähnt worden und jeder wird wissen, von wem ich da rede. Schließlich kenne ich da das Angebot. Mein Freund, der mich tapfer auf dieser Reise begleitete und immer meine moralische Instanz ist, sagte einfach nur ganz trocken: Typisch! Egal, es schmeckt, und da wir ja in Paris waren gab es anstatt eines Muffins auch einen Croissant, schließlich haben wir ja Stil.

Montmartre und das Künstlerviertel

Gestärkt überlegten wir dann, was wir uns am besten zuerst ansehen sollten? Klar, der Eiffelturm. Das bekam auch der nette Franzose Henry mit, den wir während unseres opulenten Frühstücks kennen gelernt hatten. Trotz einiger sprachlicher Barrieren verstanden wir jedoch soviel, dass es keine besonders gute Idee war zum Eiffelturm zu fahren, zumindest nicht zu dieser Uhrzeit. Henry meinte, mal ganz frei übersetzt, da würden wir stundenlang anstehen müssen. Geduld waren wir von der langen Busfahrt ja schon gewöhnt. Aber trotzdem, gleich wieder warten. Nein. Ich beschloss, und mein Freund hatte da keine Möglichkeit sich zu weigern, dass wir Montmartre hochsteigen und uns erst das wunderschöne Künstlerviertel anschauen um dann schließlich uns noch Sacre Coeur anzusehen. Kultur muss schließlich sein. Ich stellte meinem Freund in Aussicht, dass ich mich dort, im Künstlerviertel,  porträtieren lasse. Also gut, wir bewunderten diese herrliche weiße Kirche, die auf diesem majestätisch thront, mein Freund bekam das Portrait von mir, welches er wie eine Trophäe in seinem Rucksack verschwinden ließ.

Café statt Notre Dame

Weiter ging es zu Kathedrale Notre Dame. Leider wurden da gerade zur Zeit unseres Besuchs Renovierungsarbeiten an der Fassade vorgenommen! Also: Bitte vorher immer informieren, ob solche Arbeiten gerade in Planung sind, bevor ihr euch auf eine Reise begebt, sonst ist es ärgerlich. Schon war es Mittag und ich hungrig. Wir waren wieder mal mit unserem mittlerweile liebsten Franzosen Henry verabredet. Er sagte, er hätte noch eine Überraschung für uns. Naiv, wie es mir ja schon fast etwas peinlich ist, es in einem Blog zu beschreiben, trafen wir uns mit ihm. Es war in einem kleinen Café, wie es derer in Paris viele gibt. Um etwas vom französischen Way of life zu erfahren, löcherten wir ihn mit Fragen. Franzosen haben eine ganz besondere Form von Charme, das muss ich zugeben. Er war tatsächlich ein Buchhändler, also ein ganz normaler Beruf. Die Vorurteile über Franzosen besagen zwar eigentlich, dass alle Franzosen Künstler seien, oder? Aber nein, das ist natürlich Quatsch, es gibt auch Buchhändler. Als wir ihn fragten wie er lebt, erzählte er uns er lebe mit seiner Frau und dem kleinen Sohn in einer für Pariser Verhältnisse recht günstigen Wohnung – die Mietkosten pro Quadratmeter in Paris sind enorm – leider ohne Garten. Aber sie fahren an den Wochenenden oft aufs Land. Na ja, wer tut das nicht?

Landschaftstour und Montparnasse

Dann präsentierte er uns eine Überraschung: Da das ja mit dem Eiffelturm mangels Zeit nicht geklappt hat, fuhren wir mit ihm zu einer echten Alternative, dem Tour Montparnasse. Auch dort kostete es zwar Eintritt, aber wir hatten keine lange Schlange an Menschen vor uns. Der Ausblick, der sich uns vom Dach dieses Hochhauses bot, war phänomenal und das Beste: Wir hatten einen tollen Ausblick auf den Eiffelturm. Das ist doch viel besser, als auf diesem Ding einfach draufzustehen, oder? Am Abend endete unser Trip nach Paris wieder im Bus in Richtung Heimat. Mein Fazit, lieber Leser meines Beitrags in diesem Blog: Paris ist eine Großstadt wie jede andere, teuer, laut, überlaufen. Aber es gibt bestimmte Ecken, die haben ihren Charme. Dank Henry und eines guten Reiseführers haben wir ein paar von denen gesehen. Allerdings braucht man für Paris viel mehr Zeit. Also, vielleicht beim nächsten Mal!

Ähnliche Beiträge

Keine Kommentare

Keine Kommentare bisher.

Diesen Beitrag kommentieren