Schreie, Verletzte, Tote – Ausnahmezustand in der Ukraine

KIEV, UKRAINE - January 24, 2014: Mass anti-government protests in the center of the Ukrainian capital Kiev.Foto ©misu - Fotolia

Die Bilder aus der Ukraine schocken die ganze Welt. Sie zeigen Demonstranten, die gegen die Polizisten vorgehen und Scharfschützen der Polizei, die von den Dächern auf die Demonstranten schießen. Im Hotel Ukraine liegen die Leichen, in der Eingangshalle werden die Verletzten versorgt. Aus Rache darüber nahmen die Demonstranten siebzig Polizisten als Geiseln. Die massiven Ausschreitungen sind aber nicht nur auf Kiew beschränkt. In Lemberg wurden Mitglieder der Spezialeinheit durch eine Handgranate getötet und in Dnjepoetrowsk wurde ein Zug durch Regierungsgegner gestoppt. Was mit einigen friedlichen Demonstrationen in der Ukraine begann, entwickelte sich zu einer Katastrophe mit vielen Toten. Die Gefahr eines Bürgerkrieges wächst.

Kann dieser Wahnsinn gestoppt werden, was sind die Hintergründe dieser blutigen Massaker?

Die Regierung fordert mehr Russland und weniger Europäische Union. Die Nichtunterzeichnung des Assoziierungsabkommens im November 2013 mit der EU war der Auslöser der jetzigen Unruhen. Präsident Janukowitsch will sich weiter an Russland und der Politik Putins orientieren. Die Opposition fordert das rasche Ende der Korruption und will eine Demokratie. Die zentrale Figur dabei ist Ex-Boxer Vitali Klitschko. Er kämpft für eine freie Ukraine, eine Demokratie, will die Korruption unterbinden und fordert den Rücktritt des Präsidenten Janukowitsch. Die große Gefahr darin besteht, dass sich Radikale an die Klitschko- Bewegung anhängen.

Ukrainische Millionen sollen eingefroren werden

Laut Beschluss in Brüsssel sollen EU-weit Millionen geparkt sein. Dieses Geld soll nun durch die EU eingefroren werden. Angeblich haben nur sechs Oligarchen allein in Österreich Geld und Immobilien in Millionenhöhe deponiert.

EU- Sanktionen und Neuwahlen

Spät aber doch ist die EU aktiv geworden. Deutschlands Außenminister und seine Amtskollegen aus Paris und Warschau verhandelten stundenlang mit der Opposition und der Regierung der Ukraine. Das Ziel ist, weiteres Blutvergießen zu verhindern. Als Erfolg konnte verbucht werden, dass der ukrainische Staatschef Janukowitsch Neuwahlen noch in diesem Jahr zustimmte und das Parlament ein Ende des Anti-Terror- Einsatzes gegen die Demonstranten bekanntgab. Die US- Regierung verhängte ein Einreiseverbot für zwanzig ukrainische Regierungsmitglieder.

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