Nymph()maniac – der neue Film von Lars von Trier

Nymphomaniac

Am 20. Februar erschien der neue Film von Lars von Trier auch in den deutschen Kinos. Nymphomaniac ist ein zweiteiliger wilder, verstörender, mutiger aber auch witziger Lebensbericht einer Frau von Geburt bis zum Alter von 50 Jahren. Der erste Teil beschreibt dabei lasziv aufbereitet die jungen Jahre der Protagonistin Joe. Im Frühjahr wird die Lebensdokumentation der selbstdiagnostizierten Nymphomanin fortgesetzt.

The Story of her Life

Der charmante, alte Junggeselle Seligmann findet in einer Winternacht die bewusstlose Joe verletzt in einem Hinterhof. Er bringt sie in seine Wohnung, wo er sich um ihre äußeren und seelischen Wunden kümmert. Dabei erzählt sie ihm von ihrem Leben, welches vielseitige Ereignisse beschreibt und ihren rastlosen Verfall der Lust festhält.

Beginnend als Teenager testen die Freundinnen Joe und B, wer mehr Männer im Zug verführen kann. Die Belohnung des sexuellen Siegs: eine Tüte Schokolinsen. Es folgen eine unschöne Entjungferung, Sexwetten, unerfüllte Liebe, Liebesintrigen und unaufhörlich Sex.

Sex sells

Bereits vor Kinostart wurde die Neugierde auf den Film durch gezielte Werbekampagnen geweckt. Mit den Worten „Ich drehe einen Porno“ ließ der dänische Regisseur Lars von Trier schlüpfrige Szenen erwarten. Zudem zielten freizügige Plakate, welche die Darsteller u.a. in Situationen ihres Orgasmus zeigten, auf zwiespältige Meinungen ab. Filmschnitte und Betonung der Szenerie auf Kopf und Genital lassen diese Kontroversen auch nach Kinostart noch bestehen.

Der Querkopf

Lars von Trier ist brillant und skandalös zugleich. Bereits seit jungen Jahren geht er seiner Liebe zur kulturellen Filmerei als Drehbuchautor und Regisseur nach. Das Studium der Filmwissenschaft öffnete seinem Traum die Türen und seither wurde Lars von Trier kontinuierlich mit Auszeichnungen prämiert. Dabei zeigen seine Filme meist kritische Themen, die sich kaum ein anderer Regisseur in dieser Art zu zeigen wagt, und er übertritt dabei gerne die Grenzen. Einfach avantgardistisch – Lars von Trier hat sich der Kunst und nicht der Kinokasse verpflichtet.

Wem gefällt’s?

Ein anspruchsvoller, teils schockierender Film: wer einen Porno erwartet oder in einer prüden Beziehung zu seinem eigenen Sexualleben steht, dem gefällt dieses Kunstwerk wohl nicht. Wer jedoch mit einer offenen Weltanschauung durchs Leben wandert und gerne zwei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten, bei ihrem Dialog über Lust, Sünde und Leben beobachten möchte, wird ihn mit Faszination verfolgen und gespannt auf die Fortsetzung sein.

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