Lehrer haben es nicht leicht einen Job zu finden

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Die typische Aussage, dass man als Akademiker nach dem Studium „eh gleich einen Job“ findet, ist nicht richtig. In der heutigen Zeit ist es auch für Studienabgänger schwer, dass sie einen Job finden. Vor allem Lehrer stehen vor dem Problem, dass sie nur schwer eine Anstellung bekommen.

Die Probleme nach dem Studium

Wer als Lehrer eine passende Stelle finden will, sollte bereits während seiner Studienzeit ein Praktikum in einer Schule anstreben. Es ist in vielen Branchen üblich, insbesondere in Akademikerberufen, ein Praktikum zu absolvieren, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Ein Praktikum kann im wahrsten Sinne des Wortes die Türen öffnen. Ein junger, noch unerfahrener Lehrer erhält durch ein Praktikum die Möglichkeit, erste, praktische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig erhält er die Chance, sich im Unterricht zu beweisen und es geschieht recht häufig, dass ein ehemaliger Praktikant direkt nach dem Studium einen festen Job an der entsprechenden Schule bekommt. Andere Studenten, die andere Wege wählen, stehen häufig vor dem Problem, dass sie nach dem Studium überhaupt nicht wissen, wo sie sich bewerben sollen. Die meisten Jobportale bieten keine Möglichkeiten für Lehrer an. Das Arbeitsamt erfährt nur von wenigen, offenen Stellen für Lehrer. Die einzige Möglichkeit, die ein Lehrer somit hat ist, Initiativbewerbungen an unterschiedliche Schulen zu versenden. Wenn daraus tatsächlich ein Job resultiert, ist das oft reine Glückssache.

Kein leichtes Unterfangen

Natürlich kann man vorab bei den Schulen anrufen und sich telefonisch erkundigen, ob offene Stellen vorhanden sind. Das Problem ist jedoch, dass viele Schulen Lehrer anstellen, diese jedoch nur zu einem Mindestmaß an Stunden beschäftigen. Wenn ein Job allerdings nur über acht oder zwölf Stunden pro Woche besteht, ist das definitiv zu wenig. Davon kann niemand leben. Lehrer stehen oft vor dem Problem, dass sie erst erleichtert durchatmen können, wenn sie schon einige Jahre an einer Schule beschäftigt sind. Stunden werden gestrichen, Lehrpläne werden gekürzt, Klassen oftmals zusammengefasst, um Lehrpersonal einzusparen. Es gibt noch weitere Hürden für Lehrer, die erst einmal überwunden werden müssen, bevor man sich als Lehrer über einen festen Job freuen kann.

Ein Praktikum öffnet Türen

Die beste Variante ist es immer noch, dass ein Student auf Lehramt bereits während des Studiums Ausschau hält nach geeigneten Positionen. Akademiker scheuen sich leider häufig davor, ein Praktikum zu absolvieren, doch das kann ein Fehler sein. Das eigene Können unter Beweis zu stellen, verschafft dem Lehrer selbst nicht nur eine große Portion Selbstsicherheit und Erfahrung in der Praxis: Wer sein Können unter Beweis stellt und Anerkennung im Kollegenkreis findet, rennt nicht selten offene Türen ein, wenn es um einen festen Job nach dem Studium geht. Menschen greifen gerne auf das zurück, was sie schon kennen lernen konnten. Nach einem erfolgreich absolvierten Praktikum kennen sich beide Seiten und wissen sich zu schätzen. Ein Praktikum ist übrigens nicht nur für den Personalentscheider der Schule ein wichtiges Mittel zur Auswahl des richtigen Lehrers für seine Schule, sondern auch für den Lehrer selbst. Auch für ihn selbst ist es gut, wenn er prüfen kann, ob die Schule überhaupt zu ihm passt. Schule ist nicht gleich Schule, es gibt nun einmal Unterschiede. Das kann das Stadtviertel sein, das der Schule Besonderheiten abverlangt, vielleicht aber auch eine spezielle Geisteshaltung oder eine Spezialisierung der Schule auf Sport, Kunst, Musik oder Theater. Selbst wenn ein Lehrer keine musischen Fächer oder Sport unterrichtet, muss er damit rechnen, dass mit einer speziellen Ausrichtung oder Philosophie der Schule auch die Schülerschaft anders ist als an anderen Schulen. Lehrer, Schule und die entsprechenden Schüler müssen einfach zusammenpassen. In einem Praktikum kann man die Passgenauigkeit ausprobieren.

Auch mehrere Praktika sind möglich

Lehrer müssen nicht ein einziges Praktikum absolvieren, um in den Beruf, in die Praxis und vor allem in die Schule hineinschnuppern zu können. Es spricht überhaupt nichts dagegen, sich mehrere Schulen anzuschauen und erst im Anschluss zu entscheiden, wo man sich bewerben möchte. Hier oder da wird einem Praktikant vielleicht sogar ein Job angeboten, der ja zunächst sogar zugesagt werden kann – findet sich danach in einem weiteren Praktikum eine Schule, die eher dem eigenen Geschmack entspricht, ist immer noch ausreichend Zeit, die vorherige Stelle wieder abzusagen.

Verschiedene Schulformen ausprobieren!

Jede Schule hat ein spezielles Klientel, regionale Besonderheiten oder eine bestimmte Geisteshaltung. Aber man darf auch nicht vergessen, dass es in Deutschland unterschiedliche Schulformen gibt. Lehrer streben ja schon im Studium die Richtung an: Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Es gibt allerdings auch noch das Modell der Gesamtschule und natürlich auch die integrativen Gesamtschulen. Auch hier lohnt es sich für Lehramtsstudenten, ein Praktikum zu absolvieren.

 

Bildquelle: dolgachov/Bigstock.com

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