Trendmusik mit dem Smartphone

Mit Smartphones könnte die herkömmliche Technik ihren Platz verlieren ( Bildquelle: Warrengoldswain – Bigstock® )Foto ©Bigstock®

Schlagzeug, Klavier, E-Gitarre, Tonstudio – das alles passt in die Hosentasche und kann überall und zu jeder Zeit zum Einsatz gebracht werden. Vorausgesetzt, man hat die entsprechenden Apps auf dem Smartphone! Die Möglichkeiten, mit dem Handy Musik zu machen, haben sich vervielfacht und sind mittlerweile so überzeugend, dass sogar immer mehr Profi-Musiker mit dem Smartphone Musik produzieren.

Schnell, unkompliziert und mit Erfolgsgarantie

Das Tolle an der Smartphone Musik ist, dass sie auch Musikfreaks offen steht, die eigentlich kein Instrument spielen können. Bis man beim Schlagzeugspielen Arme und Beine koordiniert hat, kann schonmal eine Weile vergehen und auch ein Gitarren-Riff ist ziemlich kompliziert, wenn man es auf einem Notenblatt ausgeschrieben sieht. Mit all diesen Hindernissen muss man sich nicht herumschlagen, wenn man Smartphone-Musik machen will. Hier genügt es wirklich, die Apps runterzuladen und so gut wie möglich miteinander zu kombinieren. Für Bands erübrigt sich damit auch die Suche nach einem bezahlbaren Proberaum, der Finanzierung des Equipments und dem Transport der Instrumente zum nächsten Gig. Kurz gesagt: Mit dem Smartphone Musik zu machen ist unkompliziert, günstig und kann spontan zum Einsatz gebracht werden.

Wie professionell das Ergebnis dann klingen kann, haben vor ein paar Jahren schon die Gorillaz bewiesen, die ihr Album „The Fall“ komplett mit dem iPhone produziert haben – dafür waren gerade mal 20 Apps notwendig. Songs der Bands „The 88“ und „One like Son“ sind weitere Beispiele für professionelle Smartphone Musik.

Probleme mit Android

Die Nutzung des Smartphone für Musik ist bisher eher eine Option für Apple-Nutzer – für Android ist das Angebot an wirklich guten Instrumenten-Apps noch eher gering. Das größte Problem dabei ist die verhältnismäßig hohe Latenzzeit bei Android-Geräten, also die Verzögerung zwischen dem Spielen und dem Erklingen einer Note. Ein weiterer Nachteil – der sowohl Apple als auch Android-Geräte betrifft – ist die mühselige Bedienung auf dem kleinen Display, wenn es bspw. beim Schneiden an die Feinarbeit geht.

Smartphone-Musik statt Studioalben?

Für Hobbymusiker und Musikliebhaber, die einfach und unkompliziert mit verschiedenen Instrumenten und Sounds herumexperimentieren möchten, ist Smartphone Musik eine feine Sache. Durch bereits vorhandene Beats und Soundspuren, kann schon mit kurzen Melodieeinspielungen und ein bisschen Gesang ein Song entstehen. Hier stellt sich schnell ein Erfolgserlebnis ein, ohne dass man sich oder sein Umfeld erst jahrelang mit Musikunterricht quälen müsste.

Für Profimusiker dürfte die Produktion mit dem iPhone allerdings nicht zur Regel werden. Für Leute, die ihr Instrument wirklich beherrschen, ist das Smartphone keine überzeugende Alternative. Und auch das Abmischen und Schneiden der Songs werden Musiker weiterhin in die Hände von ausgebildeten Tontechnikern mit Studio und Profi-Equipment legen wollen. Es ist aber gut denkbar, dass Smartphones beim Schreiben und Komponieren von Songs auch bei Profis eine immer größere Rolle spielen werden.

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