Wie teuer darf ein Autoreifen sein?

Speziell bei Autoreifen sollte man auf den Preis achten. Den hier wird oft zu viel verlangt.Foto ©Bigstock®

Autoreifen zählen zu den Verschleißteilen eines Fahrzeuges und müssen entweder wegen Abnutzung des Profils oder Überalterung regelmäßig ausgetauscht werden. Natürlich bestehen Möglichkeiten, den anstehenden Wechsel der Reifen etwas hinaus zu schieben, etwa durch Austauschen der Reifen von vorne nach hinten, um ein gleichmäßiges Abfahren des Profils zu erreichen. Aber früher oder später ist der Reifenwechsel dann doch fällig, damit die eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer gewährleistet ist und natürlich zur Vermeidung empfindlicher Geldbußen durch die Ordnungshüter.

Was darf ein Autoreifen kosten?

Da gehen die Meinungen weit auseinander. Der Eine greift gerne zum Angebot im Discount, dem Anderen ist der teuerste Reifen gerade gut genug. Wie so oft im Leben ist die goldene Mitte in der Regel die beste Lösung. Die Argumentationen zur Entscheidung, ob es nun ein preiswerter oder sehr teurer Reifen sein darf, basieren meist auf dem Inhalt des Geldbeutels oder der Deckung der Kreditkarte, was so natürlich nicht gesagt wird. Der Käufer eines Billigreifen sagt sich einfach, dass Er oder Sie so oder so nur in der Stadt herumfährt und bei dem ständigen Kriechverkehr ist ein teurer Reifen unnötige Geldverschwendung. Das wird vom Käufer des teuren Reifen natürlich völlig anders gesehen, der meist die Sicherheit voranstellt, aber oft genug einfach einen schnellen, guten reifen für Tiefflüge über die Autobahn benötigt. In gewisser Weise haben beide Recht und Unrecht.

Wie ist ein Autoreifen aufgebaut?

Seitdem John Boyd Dunlop den ersten luftgefüllten Fahrradreifen der Welt in seinem Heimatland Schottland im Jahr 1888 zum Patent anmeldete, hat sich im Bereich der Technik von Reifen einiges getan. Heutige Reifen bestehen aus:

  • Laufstreifen oder Lauffläche
  • Seitenwand
  • Karkasse
  • Wulst
  • Innenschicht

Zuerst einmal besitzen moderne Autoreifen keinen Schlauch mehr. In Bezug auf die Stabilität eines Reifens ist die sogenannte Karkasse das wichtigste Bauteil eines Reifens. Dabei handelt es sich um Gewebeschichten aus Kunstfaser oder Kunstseide, die in Gummi eingebettet sind. Es können auch, etwa bei Radialreifen, Stahlcorden statt Kunstfaser sein. Dabei handelt es sich um Stahldraht, der verzinkt oder vermessingt ist. Diese in Gummi eingebettete Karkasse hält den Reifen gewissermaßen in Form. Zur Reifeninnenseite hin wird die Karkasse von einer weiteren Gummischicht bedeckt, die gleichzeitig dafür sorgt, dass der Autoreifen seine Luft behält. Die Seitenwand des Reifens besteht aus der gleichen Gummimischung wie der Gummi, in der die Karkasse eingebettet ist und auch der Wulst, der den Reifen auf der Felge hält, besitzt dieselbe Zusammensetzung. Allerdings besitzt der Wulst in Längsrichtung verlaufende Stahldrähte und unterteilt sich zudem in die Wulstzehe, die Wulstsohle, die
Wulstferse und die Wulstkehle. Das bezieht sich auf die einzelnen Abschnitte des Wulstprofils im Querschnitt. Das für den normalen Autofahrer wichtigste Teil des Reifens ist die Lauffläche, die eine andere Gummimischung besitzt als der restliche Autoreifen. Die Lauffläche oder der Laufstreifen erhält während der Aufvulkanisation das jeweilige Profildesign sowie Lamellen, die sich nach Sommer- oder Winterreifen unterscheiden.

Die Reifen für verschiedene Jahreszeiten

Grundsätzlich sind zwei Dinge wichtig an einem Reifen, wenn es um unterschiedliche Temperaturen geht. Die Gummimischung und das Profil. Kautschuk, das Basismaterial für Gummi, besitzt die Eigenschaft, bei Wärme weich zu werden und bei Kälte zu verspröden. Dieses Verspröden ist gleichzeitig ein Alterungsmerkmal von Gummi. Darum haben Autoreifen unter anderem einen Stempel mit dem Herstellungsjahr. Bei Winterreifen genau wie bei Ganzjahresreifen verwenden die Hersteller eine Gummimischung, die auch bei tiefen Temperaturen noch elastisch genug ist, um einen ausreichenden Reibungswiderstand zum Untergrund aufzubauen. Das funktioniert natürlich nur bei eis- und schneefreiem Untergrund, womit wir zum Profil kommen. Winterreifen besitzen in der Regel ein Profil mit größeren Zwischenräumen, so das die Kanten der Profilblöcke besser in Schnee oder Matsch greifen können. Zu groß darf der Abstand aber wiederum nicht sein, da sich sonst der Schnee im Profil verdichtet und aus einem Winterreifen ein Slick, ein profilloser Reifen, wird. Darum sind spezielle Ralley-Reifen für das Gelände nur bedingt als Winterreifen tauglich. Das weich werden der Gummimischung im Sommer ist ein gern gesehener Effekt, denn damit erhöht sich der Reibungswiderstand des Reifens. Er klebt dann förmlich auf der Straße. Allerdings klebt das Geld genauso auf dem Asphalt, denn gleichzeitig erhöht sich der Abrieb und die Profiltiefe wird zusehends weniger. Sportliche Fahrer verbrauchen auf diese Weise schon einmal einen ganzen Satz Reifen in einer Sommersaison. Gute Autoreifen kosten Geld und das ist mit mehreren Fakten untermauert, die verschiedene Automobilvereine durch Tests bewiesen haben.

Billig oder teuer?

In der Regel dauert die Entwicklung eines Markenreifens rund zwei Jahre. Dabei werden neue Gummimischungen getestet, der Reifenaufbau unter verschiedenen Bedingungen überprüft und geändert und das Profil des Prototypen tatsächlich zuerst von Hand geschnitzt. Der im Fernen Osten angesiedelte Billig-Reifenhersteller macht sich diese Mühe eher nicht, sondern kupfert das Profildesign mit leichten Abänderungen vom Markenkollegen ab und spart kräftig beim Aufbau der Karkasse und der Gummimischung. Alles gerade noch am Rande der Vorgaben zur EU-Zulassung. Das soll jetzt nicht bedeuten, das diese Reifen so schlecht sind, dass sie kaum die ersten Kilometer überstehen. Im Gegenteil, durch die meist härtere, weil billiger in der Herstellung, Gummimischung besitzen Billigreifen oft eine höhere Lebensdauer. Der wirkliche Knackpunkt, an dem durchgehend in allen Tests alle No-Name-Reifen gegenüber Markenreifen gescheitert sind, ist der Bremsweg. Bei Testverläufen mit einer Vollbremsung sind es mitunter mehrere Meter, die der Markenreifen früher zum Stehen kommt. Das kann Leben retten oder Leben kosten. Es lohnt sich also durchaus, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Wo kann man günstig und gut Reifen kaufen?

Da der Reifenkauf in der Regel keine spontane Entscheidung ist, kann sich der oder die Autobesitzerin ruhig Zeit lassen und gemütlich umliegende Händler und natürlich das Internet durchstöbern, wobei gerade bei Autoreifen das Internet in Bezug auf den Preisvergleich klar die Nase vorn hat. So wie beispielsweise Oponeo. Der in Österreich und Deutschland vertretene Online-Reifenshop ist der führende Internethändler für Reifen und Felgen in Europa. Mehr als 500 000 Markenreifen sind lieferbar und das zu Preisen, da lohnt sich der Griff zum guten Markenreifen auch für den Geldbeutel.

Bildquelle:
BigStock by kadmy, Stock Foto 40825648

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