Gebrauchtwagen verkaufen: 10 Tipps für Privatanbieter

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Ein neues Auto zu kaufen, reißt in der Regel immer ein größeres Loch in die Haushaltskasse. Dieses kann zum Teil durch den Verkauf des alten Fahrzeugs gefüllt werden, wenn zuvor einige Punkte beachtet werden. Um beim Verkauf eines Gebrauchtwagens den bestmöglichen Preis zu erzielen, gibt es 10 Tipps, die zum Erfolg führen.

1. Das Auto richtig inserieren

Vor dem Verkauf ist es wichtig, die Frage zu klären, wie das Auto verkauft werden soll. Wird ein Händler zum Verkauf gewählt, wird der Erlös niemals der beste sein, da der Händler ebenfalls am Verkauf des Wagens verdienen möchte. Allerdings spart man sich Zeit und Stress, wenn man den Autoverkauf einem Dritten überlässt. Den höchsten Gewinn erzielt man durch den Verkauf an Privatpersonen. Um diese zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen hält das Internet zahlreiche Verkaufsportale bereit, die ein kostenloses Inserat gewähren. Um möglichst viele potenzielle Käufer zu erreichen, ist ein überregionales Portal ideal. Ebenso erzielen bekannte Anbieter größere Besucherzahlen als unbekannte. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, Anzeigen in Zeitungen oder Automagazinen zu veröffentlichen. Diese sind jedoch kostenpflichtig und erreichen ein geringeres Publikum. Allerdings werfen besonders ältere Menschen auf der Suche nach einem Auto eher einen Blick in die Zeitung als ins Internet.

2. Ehrlichkeit fährt am längsten

Vertrauen spielt eine wichtige Rolle beim Autokauf. Um dieses zu erlangen, ist Ehrlichkeit die beste Methode. Fühlt der Käufer sich umfassend informiert, ist er eher bereit den gewünschten Preis zu zahlen. Bereits in der Anzeige sollten deshalb bestehende Mängel erwähnt werden, damit es am Verkaufstag zu keinen unerwünschten Überraschungen kommt. Genauso dürfen jedoch auch die Extras und Vorzüge des gebrauchten Autos hervorgehoben werden. Je mehr Details der Käufer im Vorfeld bekommt, desto besser kann er sich ein Bild machen und den gewünschten Preis nachvollziehen und akzeptieren. Dabei sollte man sich jedoch nicht in detaillierten Beschreibungen verlieren, sondern das Wichtigste kurz und bündig formulieren.

 3. Realistischen Preis festlegen

Den richtigen Preis festzulegen, kann mitunter zu den schwierigsten Aufgaben beim Gebrauchtwagenverkauf werden. Denn in Regel war der Wagen lange Zeit ein treuer Begleiter und viele Erlebnisse und Emotionen sind mit ihm verbunden. Deshalb kann es schwerfallen, selbst einen objektiven Preis zu bestimmen. Zunächst ist der Preisvergleich im Internet eine sinnvolle Möglichkeit, um den aktuellen Marktwert des Wagens zu ermitteln. Dieser kann jedoch nur zur Orientierung dienen, denn subjektiv betrachtet, lassen sich Autos nicht nur anhand des Baujahres und Typs vergleichen. Hinzu kommen ebenso Sonderausstattungen, die nicht so leicht zu vergleichen sind.

Um den Wert des Gebrauchtwagens also realistisch bestimmen zu können, gibt es verschiedene Listen im Internet, die bei der Wertbestimmung hilfreich sind. Zu den bekanntesten zählt die Schwacke-Liste, diese ist jedoch gebührenpflichtig.

4. Mängel möglichst beseitigen

Um einen möglichst hohen Preis zu erzielen, ist die Beseitigung von bestehenden Mängeln unumgänglich, denn das erhöht den Wert. Steht der nächste TÜV-Termin bereits vor der Tür, sollte dieser vor der Abgabe noch durchgeführt werden. Wer sein Auto vor dem Verkauf durchchecken lässt, hat zudem einen Nachweis darüber, dass der Wagen in einem ordentlichen Zustand ist. Das steigert nicht nur die eigene Seriosität, sondern auch das Vertrauen aufseiten des Käufers.

5. Mit Garantie verkaufen

Privatverkäufer sind laut Gesetz nicht dazu verpflichtet, eine Garantie zu versprechen. Deshalb ist es wichtig, dass im Kaufvertrag die sogenannte Sachmängelhaftung ausgeschlossen wird. Dazu zählen jedoch keine gravierenden Fehler, diese müssen auch nach dem Kauf beseitigt werden, wenn sie absichtlich verschwiegen wurden. Ein offizielles Prüfgutachten von DEKRA, TÜV oder ADAC sorgt für Klarheit und Vertrauen, denn Unfall-, Mängelfreiheit und Kilometerstand sind von seriösen Autoexperten bestätigt.

6. Optik bringt Bares

Nicht nur vor dem Kauf sollte der Wagen in den bestmöglichen Zustand gebracht werden, schon die Fotos, die dem Inserat beigefügt werden, sprechen mehr potenzielle Käufer an, wenn sie gut gemacht sind. Das Auto sollte von seiner besten Seite gezeigt werden. Dazu zählt nicht nur die makellose Sauberkeit, sondern auch ein ansprechender Hintergrund. Fotografiert wird idealerweise tagsüber, damit das natürliche Licht ausreicht und das Bild nicht durch das Kunstlicht des Blitzes unecht wirkt. Kleinere Schäden wie Rost oder Kratzer dürfen im Vorfeld beseitigt werden, größere Mängel sollten jedoch in der Bildergalerie nicht fehlen, damit sich Käufer ein objektives Bild machen können.

7. Geduld

Geduld ist eine Tugend, auch beim Gebrauchtwagenverkauf. Um einen möglichst hohen Preis zu erzielen, ist mitunter jede Menge Geduld nötig. Denn selbstverständlich versuchen Käufer, den Preis zu drücken. Deshalb ist es auch wichtig, sich eine untere Schmerzgrenze zu setzen. Unter Umständen kann es einige Zeit dauern, bis der richtige Käufer gefunden ist, der bereit ist, einen akzeptablen Preis zu zahlen, damit das Auto nicht unter Wert verkauft werden muss.

8. Betrüger erkennen

Nicht nur unter Verkäufern finden sich Betrüger, auch hinter einer Kaufabsicht, kann eine Masche stecken, die im schlimmsten Fall zum Verlust des Autos führt. Bittet eine 0190-Nummer um Rückruf, sollte man darauf nicht reagieren. Auch mit Käufern, die zunächst versprechen, den genannten Preis zu zahlen, ihn dann beim Verkaufsgespräch aber um ein Vielfaches drücken wollen, sollte nicht verhandelt werden. Des Weiteren schützen Barzahlung und eine Probefahrt zu zweit vor betrügerischen Absichten. Ein Zeigen beziehungsweise Hinterlegen von Personalausweis oder Ähnlichem ist keine Alternative, da diese Dokumente gefälscht sein können.

9. Die richtige Übergabe

Um auch als Verkäufer rechtlich abgesichert zu sein, ist ein korrekter Kaufvertrag unumgänglich. Vordrucke aus dem Internet enthalten in der Regel alle unverzichtbaren Punkte. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Sachmängelhaftung komplett ausgeschlossen wird. Individuelle Details wie persönliche Daten oder Informationen zum Wagen können händisch hinzugefügt werden. Des Weiteren kann ein Übergabeprotokoll angefertigt werden, dieses bezeugt zusätzlich die Weitergabe aller wichtigen Unterlagen an den Käufer. Ebenso wird die Kaufsumme festgehalten, damit es danach nicht zu Betrugsversuchen seitens des Käufers kommen kann.

10. Versicherung und Zulassungsstelle Bescheid geben

Nach dem Verkauf sind Kopien des Kaufvertrages, des Übergabeprotokolls und des Ausweises vom Käufer sofort an die Zulassungsstelle und die Versicherung zu übermitteln. Wichtig dabei ist auch, dass die Uhrzeit des Verkaufs festgehalten wurde, damit Schäden, die nach dem Kauf durch den neuen Eigentümer verursacht werden, nicht auf den ehemaligen Besitzer zurückfallen. Alternativ kann man das Auto auch unangemeldet verkaufen, was sogar vom ADAC empfohlen wird.

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