Ist Werkzeug gleich Werkzeug?

Für jede Arbeit gibt es das passende Werkzeug (Quelle: Bigstock-ID-59985437-by-Kamira)Foto ©Bigstock

Werkzeuge sind die ältesten Arbeitsinstrumente der Menschen und trotz des heutigen Stands der Technik sind sie immer noch unentbehrlich für jeden. Das bekommen wir auch ganz genau zu spüren, wenn wir wieder einmal vor der praktisch unüberschaubaren Angebotsfülle in den Regalen der Heimwerkermärkte oder im Internet stehen und nun das richtige Werkzeug für unseren ganz speziellen Verwendungszweck auswählen müssen.

Warum Werkzeug nicht gleich Werkzeug ist

Dieser spezielle Verwendungszweck ist auch genau der springende Punkt bei der Auswahl geeigneter Werkzeuge und der Grund, warum das Angebot so riesig und die Qualitäts- und Preisunterschiede so groß sind. Denn für jede Anwendung und Nutzung ist das entsprechende Werkzeug zu haben. Das fängt beim gelegentlichen Gebrauch von Hammer und Nagel von Hausmännern und Hausfrauen zur Anbringung von Dekoelementen in der Wohnung an, geht weiter beim passionierten Heimwerker, der um Haus und Hof alles in Eigenarbeit erledigt und endet beim professionellen Einsatz von Werkzeugen in Handwerksbetrieben.

Große Unterschiede bei Qualität und Preis

Zudem werden auch Qualität und Preis durch den jeweiligen Verwendungszweck der Werkzeuge bestimmt. Generell lässt sich sagen, dass teure Werkzeuge in der Regel auch besser sind. Falls ein Werkzeug jedoch nur ganz selten zum Einsatz kommt, dann kann ein günstiges Modell durchaus ausreichend sein. Bei häufigem Gebrauch des Werkzeugs sollte jedoch mehr investiert werden. Denn nicht nur der Verwendungszweck ist ein wichtiges Auswahlkriterium, sondern auch die Qualität, denn die bestimmt den Preis. Werkzeuge aus dem mittleren oder höheren Preissegment, die gut für einen höheren Nutzungsgrad oder sogar für einen professionellen Einsatz geeignet sind, bestehen in der Regel aus Werkzeugstahl. Werkzeuge aus dem untersten Preissegment bestehen dagegen meist aus einfachem Chromstahl. Auch die namhaften Markenhersteller von Werkzeugen haben sich auf diese unterschiedlichen Anforderungen und Nutzungszwecke ihrer Produkte eingestellt und bieten häufig unterschiedliche Produktlinien an, die ganz speziell in Qualität und Preis auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe, wie zum Beispiel Heimwerker oder Profis, abgestimmt sind. Diese Produktlinien unterscheiden sich auch schon rein äußerlich voneinander, und zwar, zum Beispiel, durch eine unterschiedliche Farbgestaltung: Die Produktlinie für Heimwerker ist grün, die für Profis blau. Mittlerweile ist es auch durchaus möglich, für den gelegentlichen Gebrauch zu Hause oder für den Heimwerkerbedarf qualitativ relativ hochwertige Werkzeuge zu günstigen Preisen bei den einschlägigen Discountern zu erstehen. Dies alles macht es dem Käufer nicht gerade leichter, in dem nahezu unendlich großen Angebot, das für ihn geeignete Werkzeug zu finden. Wenn beim Werkzeugkauf jedoch die folgenden Hinweise Beachtung finden, dann ist es gar nicht mehr so schwer, eine gute Wahl zu treffen.

Die Qual der Wahl

Neben den persönlichen Bedürfnissen an das Werkzeug, die vor dem Kauf so exakt wie möglich zu ermitteln sind, ist die Sicherheit bei der Verwendung des Werkzeugs oberstes Gebot. Mangelhafte oder ungeeignete Werkzeuge können nämlich ernsthafte Verletzungen oder sogar Unfälle verursachen. Daher ist bei ganz günstiger Ware meist Vorsicht geboten. Diese Werkzeuge sind häufig nicht sicher und bestehen zudem meist aus Materialien, die Schadstoffe enthalten könnten. Damit man beruhigt zugreifen kann, ist beim Kauf darauf zu achten, ob ein oder mehrere der folgenden Kennzeichnungen am Werkzeug zu finden sind und somit ein bestimmtes Maß an Sicherheit gewährleisten:

  • GS – Geprüfte Sicherheit: Der Hersteller oder Importeur verfügt über die Bescheinigung einer erfolgreich durchgeführten Baumusterprüfung bezüglich der Arbeitssicherheit
  • DIN-Norm: Es handelt sich um ein genormtes Werkzeug. Der Hersteller hat die geltende Norm umgesetzt. Ohne diese Kennzeichnung ist eine qualitative Bewertung nicht möglich
  • Herstellermarke: Die erforderlichen Qualitätsanforderungen wurden erfüllt. Der Hersteller übernimmt hierfür mit seiner Marke die Verantwortung
  • Zertifikat „Deutsches Werkzeug“: Wichtige Produktionsschritte zur Herstellung dieses Werkzeugs finden in Deutschland statt. Das Produkt gilt somit als „Made in Germany“

Für einen sicheren Gebrauch ist zusätzlich zu beachten, dass das Werkzeug der Wahl über eine handgerechte Form verfügt und der verwendete Werkstoff geeignet ist. Ist er zu hart, kann das Werkzeug während des Gebrauchs splittern oder brechen. Ist er zu weich, dann kann es zu Verformungen des Werkzeugs kommen. Zudem ist nach dem Kauf stets auf eine ordnungsgemäße Aufbewahrung und rechtzeitige Instandsetzung des Werkzeugs zu sorgen. Werkzeuge sollten auch immer entsprechend ihres für sie vorgesehenen Verwendungszweckes eingesetzt werden und niemals zweckentfremdet genutzt werden.

Kaufempfehlung

Detaillierte Kaufempfehlungen sind an dieser Stelle aufgrund der verschiedenen individuellen Anforderungen an das Werkzeug und wegen der großen Angebotsfülle kaum möglich. In jedem Fall ist es vor einem Kauf immer ratsam, sich mithilfe von Fachliteratur, durch Testberichte oder über Fachforen im Internet entsprechend zu informieren. Falls ein Einkauf von Werkzeug bei einem der bekannten Lebensmitteldiscounter geplant ist, dann ist es empfehlenswert, sich schnell zu informieren und auch schnell zuzugreifen. Denn meist handelt es sich bei den einschlägigen Angeboten um regelrechte Schnäppchen von recht guter Qualität zu günstigen Preisen im Bereich der häufig nachgefragten Werkzeuge, wie zum Beispiel Schlagbohrmaschinen oder Akkuschrauber. Diese könnten schnell ausverkauft sein. Wer zu ganz günstigen Angeboten greifen möchte, der sollte sich jedoch vor Augen führen, dass es sich dabei meist um Billigware aus Asien handelt. Dieses Werkzeug weist häufig gravierende Qualitäts- und Leistungsmängel auf und ist für eine minimale Nutzungsdauer ausgelegt. Jeder, der den Kauf derartiger Importware in Erwägung zieht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Werkzeuge unter schlechten Bedingungen hergestellt werden, häufig Patentrechte missachtet und Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten werden.

Nicht alles aus Asien ist schlecht

Es gibt aber auch durchaus qualitativ gutes Werkzeug aus, zum Beispiel, China. Dies ist jedoch herstellerabhängig und vor dem Kauf sollte man sich dahingehend gut informieren. Der chinesische Markt scheint langsam zu erkennen, dass in Ländern wie Japan, Deutschland oder Europa nicht nur bei den im eigenen Land hergestellten Werkzeugen, sondern auch bei der importierten Ware andere Qualitätsstandards gelten. Vielleicht ist in manchen Fällen aber auch ein Mietgerät die beste Alternative. Die meisten Bau- und Heimwerkermärkte bieten ihren Kunden diesen Service an.

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