Happy Birthday – Die Kreditkarte wird 65

Die Kreditkarte hat das Leben sehr vereinfacht (Quelle: Bigstock-ID-60194375-by-Denys Prykhodov)Foto ©Bigstock

Sie wird 65 Jahre alt und geht dennoch nicht in Rente. Ganz im Gegenteil: Sie erfreut sich großer Beliebtheit und wird täglich weltweit von Millionen Menschen genutzt. Die Rede ist von einer kleinen Karte aus Plastik, die ihrem Besitzer bei vielen Transaktionen einen Kredit gewährt. Vor 65 Jahren wurde die Kreditkarte erfunden. Wenn die Geschichte stimmt, dann verdankt der Kredit auf Karte dem amerikanischen Unternehmer Frank McNamara seine Existenz. Der Geschäftsmann hatte bei einem Essen seine Brieftasche vergessen. Zum Glück hatte seine Frau Bargeld dabei und konnte die Zeche begleichen. Der Vorfall brachte McNamara auf die Idee, wie einfach es sein könnte, auch in einem Restaurant bargeldlos und auf Kredit zu bezahlen.

Pappe statt Plastik

Der Schriftsteller Edward Bellamy wagte bereits 1887 in seinem Roman „Looking Backward or Life in the Year 2000“ einen Blick in die Zukunft. Die von ihm beschriebene Kreditkarte war aus Pappe. Nach jeder Nutzung wurde ein Stück von ihr abgeschnitten. Auch die erste reale Kreditkarte war nicht aus Plastik, sondern aus Metall. Herausgeber war keine Bank. Die Western Union stellte 1924 diese Karte ihren Kunden zur Verfügung, die damit einen Kredit eingeräumt bekamen. Die Petroleum Corporation fand das Konzept so gut, dass sie später ebenfalls eine Karte für gute Kunden sowie Mitarbeiter herausbrachte. Sie konnten damit bargeldlos tanken.

20.000 Kreditkarten nach dem Start

Mit der Gründung von Diners Club im Februar 1950 realisierte Frank McNamara seine Idee. Die Kreditkarte, wie sie heute bekannt ist, war geboren. Ende 1950 waren bereits 20.000 Menschen im Besitz einer Kreditkarte. Weitere Wettbewerber wie Visa, Master Card oder American Express folgten in den nächsten Jahren. Zumindest in den USA wurde es schnell zum Alltagsgeschäft, mit der Karte auf Kredit zu zahlen. Diners Club verlangte für seine Karte die damals relativ hohe Jahresgebühr von 3 Dollar. Trotzdem gab es ein Jahr später schon über 41.000 Nutzer der Karte. Mit der Diners Card wurde 1958 die erste Kreditkarte in Deutschland eingeführt. Die Kreditkarte von Visa können die deutschen Kunden erst seit 1993 nutzen. Sie entwickelte sich schnell zur größten Konkurrenz der Eurocard.

Die erste europäische Kreditkarte

Während das Zahlen mit Karte und auf Kredit bei den Amerikanern rasch großen Anklang fand, mussten die Europäer sich bis zum Jahr 1964 gedulden, ehe eine kontinentale Kreditkarte auf den Markt kam. Der schwedische Bankier Wallenberg etablierte 1964 die Eurocard, die zunächst den schwedischen Kunden vorbehalten war. Das Unternehmen hatte Erfolg damit und expandierte. Mit Sitz in Brüssel entwickelte die Eurocard sich zu einem europäischen Zahlungsmittel, das der amerikanischen Konkurrenz in Nichts nachstand. Im Jahr 1968 schlossen sich Eurocard und Master Card International zusammen. Das hatte für den Kunden den Vorteil, dass beide Karten nun auf der ganzen Welt für einen kurzfristigen Kredit eingesetzt werden konnten. Seit 2003 ist die Eurocard zur Master Card geworden, die an über 30 Millionen Stellen auf der Erde akzeptiert wird.

Worin sich EC- und Kreditkarte unterscheiden

Ob an der Tankstelle, im Hotel, Restaurant oder beim Buchen eines Mietwagens oder eines Fluges, überall ist die Kreditkarte ein sicheres und gern gesehenes Zahlungsmittel. Wer dagegen in einem Supermarkt seinen Einkauf mit seiner Kreditkarte bezahlen will, hat in der Regel Pech. Meist wird dort nur die EC-Karte akzeptiert. Das hat letztendlich auch damit zu tun, dass die Akzeptanzstellen für die Nutzung einer Kreditkarte eine Provision an das Kreditkartenunternehmen abführen müssen. Dafür bietet das Kreditkartenunternehmen einen höheren Schutz. Während bei Zahlung mit der EC-Karte das Risiko einer Rückbuchung wegen mangelnder Deckung des Kontos besteht, gewährt das Kreditkartenunternehmen dem Kunden einen Kredit. Bei eventuellen Zahlungsschwierigkeiten wird das zwischen dem Kartennutzer und dem Unternehmen geregelt. Der Akzeptanzstelle bleibt damit ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand erspart.

Kreditkarte im Ausland

Wer gerne im Internet einkauft oder viel im Ausland unterwegs ist, kommt an der Kreditkarte nicht vorbei. Viele Online-Shops, aber auch Fluggesellschaften und zahlreiche andere Unternehmen ziehen für gewöhnlich die Kreditkarte einer Zahlung mit der EC-Karte vor. Bei Reisen ins Ausland ist die Kreditkarte ebenfalls gerne gesehen. Abgesehen von der besseren Akzeptanz bietet die Kreditkarte auch Zinsvorteile. Bei einer Zahlung mit der EC-Karte wird das Girokonto unmittelbar belastet. Bei der Kreditkarte wird erst am Monatsende abgerechnet. Außerdem kann der Nutzer mit dem Kreditkartenunternehmen vereinbaren, dass nicht der gesamte Kredit zurückgezahlt wird, sondern ein festgelegter Teilbetrag. Im Vergleich zur EC-Karte hat der Nutzer einer Kreditkarte somit mehr Spielraum und finanzielle Flexibilität.

Individualität und Flexibilität

Die Einführung des Magnetstreifens und eines Mikrochips haben die Sicherheit der Kreditkarte erhöht. Wer eine Karte besitzt ist nicht nur finanziell flexibel, er kann mit der Karte auch seiner Individualität sichtbar Ausdruck verleihen. Viele Anbieter gewähren ihren Kunden die Möglichkeiten, ihre Karte zu individualisieren. Der Karteninhaber kann seine Kreditkarte mit seinem Wunschmotiv bedrucken lassen. Dabei kann aus den Vorlagen des Anbieters gewählt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, ein privates Foto zum Druck auf die Kreditkarte zu verwenden. Dazu muss nicht einmal auf den Ablauftermin gewartet werden. Die aktuelle Kreditkarte kann jederzeit neu bedruckt werden. Die personalisierte Karte behält die PIN der alten Karte. Auch am Limit für den Kredit ändert sich nichts. Der Fototausch kann bequem online erledigt werden. Dank einer modernen UV-Offset-Technologie können heute Plastikkarten für viele Zwecke mit brillanten Farben erstellt werden. Speziell für diese Angebote haben sich diverse Anbieter wie z.B. die SPC GmbH (www.spc-world.de) auf die Erstellung von Plastikkarten spezialisiert und bieten Ihren Kunden sämtliche Kartenformate mit umfangreichen Modifikationen zur Bestellung im Internet an. Dienstausweise und Mitarbeiterpässe zählen ebenso zu den Produkten wie Mitgliedskarten, Gutscheinkarten oder Visitenkarten. So haben zum Beispiel Visitenkarten aus Pappe ein begrenztes Haltbarkeitsdatum. Wer dagegen seine Person oder seine Firma mit einer Plastikkarte vorstellt, fällt damit nicht nur positiv auf: Er hält auch etwas in der Hand, was ebenso nachhaltig ist wie die Erfolgsgeschichte der Kreditkarte.

 

Bildquelle: Denys Prykhodov/Bigstock.com

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