Eine ganz besondere Live-Band: U2

U2 ist eine Band mit phänomenaler LiveshowFoto ©Bigstock

Eine der ganz großen Rockbands kommt aus dem kleinen Land Irland: U2. Seit ihrer Gründung 1976 – noch unter dem Namen Feedback – schreiben die Bandmitglieder um den charismatischen Frontmann Bono Rockgeschichte. Neben ihrer Musik setzen sich die Musiker jedoch auch engagiert für unzählige politische und humanitäre Projekte ein. Aber wie haben die vier Musiker aus der Stadt Dublin ihren Weg in die größten Hallen der Welt gefunden?

Die Anfänge als Musiker

U2 ist ursprünglich eine Schülerband. Mit gerade einmal vierzehn Jahren suchte der Schlagzeuger Larry Mullen jr. am Schwarzen Brett seiner Schule in Dublin andere Schüler, die eine Band mit ihm gründen wollten. Zunächst waren sie zu fünft: Gitarrist David Howell Evans – besser bekannt als The Edge – , Bassist Adam Clayton, besagter Schlagzeuger, Leadsänger Paul David Hewson – alias Bono – sowie Richard Evans, der ältere Bruder von The Edge. Dieser verließ die Band 1978, da er aufs College ging, und die nunmehr nur noch vierköpfige Band suchte nach einer neuen Richtung für sich. Nach einer kurzen Phase unter dem Namen The Hype fanden sie durch einen Freund den Namen U2. Dieser Freund, Steve Averill, ist bis heute mit seiner Firma four5one verantwortlich für jegliches Design von U2.

Erste Erfolge

Sie gewannen eine Talentshow im März 1978 und hiermit einen Plattenvertrag von CBS Records. Zwei Monate später wurde Paul McGuiness ihr Manager. Nach einigen Demo-Takes erschien 1979 ihre erste Extended Play Three und gelangte auf Platz 19 der irischen Single-Charts. Im März 1980 wurde die Band von Island Records unter Vertrag genommen und brach zu ihrer ersten Tour auf. Im Oktober erschien dann endlich ihr Debüt-Album „Boy„. Die breitere Öffentlichkeit und die Kritiker entdeckten U2 jedoch erst mit dem im Jahr folgenden Album „October„, mit den Singles „Fire“ und „Gloria„. Durch eine kurze Sinnkrise bei Bono, The Edge und Larry war das Weiterbestehen der Band kurzzeitig gefährdet. Mit dem 1983 veröffentlichten Album „War“ konnten U2 die öffentliche Begeisterung für ihre Musik ausbauen und befeuern. Die Single „New Year’s Day“ schaffte es sogar in die amerikanischen Charts. Mit ihren Texten, wie beispielsweise zur Single „Sunday, Bloody Sunday“ etablieren sie sich als politisch engagierte Band mit aussagekräftigen Texten. U2 setzt sich unter anderem ein für:
  • humanitäres, friedliches Miteinander
  • den Schuldenerlass
  • Bekämpfung von Krankheiten 
  • soziale Gerechtigkeit ein

Während ihrer nächsten Tournee spielten sie erstmals vor ausverkauften Hallen und bewiesen mit ihrem ersten Livealbum „Under a Blood Red Sky„, welche Qualitäten sie auch als Liveband vorzuweisen haben.

Ausschnitte der langen Bandgeschichte

Während der Live-Aid-Konzerte im Juli 1985 wurden U2 von mehreren hundert Millionen Menschen gesehen. Eigentlich waren sie nicht als Hauptact vorgesehen, begeisterten jedoch das Publikum von sich und wurden so nachträglich als Hauptact ins Programm aufgenommen. Sie nahmen 1986 an der Conspiracy-of-Hope-Tour für Amnesty International teil und sollen damit für eine Verdreifachung der Mitgliederzahlen gesorgt haben – soziales Engagement war mit einem Male hip. 1987 folgte das Album The Joshua Tree. Es war in Großbritannien, den USA und Deutschland auf Platz 1 der Charts, die Singles „With or Without You“ sowie „I Still Haven’t found What I’m Looking For“ erreichten ebenfalls den Platz 1 in den USA. Das Album gilt bei Kritikern als bestes Album der Band und als echter Meilenstein innerhalb der Musikgeschichte. In Deutschland rangiert es unter den Top 50 der meist verkauften Alben aller Zeiten. U2 wurden als dritte Rockband – nach den Beatles und The Who auf dem Time Magazin abgelichtet – der rasante Aufstieg der ehemaligen Schülerband aus Dublin schien unaufhaltsam. Die Joshua-Tree-Tour war weltweit ausverkauft. Den Aufstieg der Band dokumentierte die 1988 ausgestrahlte Dokumentation Rattle and Hum. Hier wurde die Band begleitet und in dieser Phase live und backstage gezeigt. Das dazugehörige gleichnamige Album präsentierte auch den Song „When Love Comes to Town“ mit der Blues Legende B. B. King, der anschließend drei Monate mit U2 durch Australien, Japan, Neuseeland und Europa tourte. Danach schlug die Band mit den Alben „Achtung Baby“ und „Zooropa“ eine neue stilistische Richtung ein, in der sie sich deutlich mehr von europäischer Kultur geprägt zeigten, insbesondere Zooropa enthält eine deutliche Kritik an der Rolle der Medien, beispielsweise im Irakkrieg. Die Band tourte mit der Zoo-TV-Welttournee beinahe zwei Jahre ununterbrochen. Die Shows waren hierbei mit vielen theatralischen Elementen künstlerisch unterbrochen und bezeugten durch Live-Schaltungen in Krisengebiete und Berichte von Betroffenen das politische Engagement der Band. Auch die 1997 bis 1998 stattfindende Popmart-Tour mit Start in Las Vegas schrieb Popgeschichte: die Band spielte ausschließlich in gigantischen Stadien und hatte auf der Bühne einen riesigen LC-Bildschirm sowie eine fünf Meter große Diskokugel. Nach der Tour wurde ihr erstes Best-of-Album veröffentlicht. Mit U2 – so zeigten bereits diese frühen Touren – bleibt es auch live immer spannend. Das neueste Album Songs of Innocence haben U2 so 2014 im Rahmen der Apple-Pressekonferenz zum I-Phone 6 veröffentlicht und allen I-Tunes-Nutzern bis zum Oktober kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Titel lehnt sich an Gedichte von William Blake an und es soll ein dazugehöriges Album mit dem Titel „Songs of Experience“ folgen.

Kritiker und Fans

Die Öffentlichkeit hoffte nach der Zoo-TV-Welttournee auf eine Rückkehr der Band zu ihrem traditionelleren Stil und wurde überrascht von dem Konzeptalbum Original Soundtracks I 1995 unter dem Pseudonym Passengers, eine Zusammenarbeit mit Brian Eno. 1997 veröffentlichten sie wieder als U2 das Album „Pop“ und zeigten sich hier beeinflusst von der europäischen Dancemusik. Kritiker erfreuten sich an der ungebrochenen Experimentierfreude der irischen Band, wohingegen Fans sich enttäuscht zeigten. Das Album stieg so zwar in 27 Ländern auf Platz 1 der Charts ein, verkaufte sich danach jedoch deutlich weniger enthusiastisch. Die Band erklärte später, das Album hätte wegen Zeitdrucks mit der geplanten Tour Popmart aus künstlerischer Sicht zu früh veröffentlicht werden müssen.

U2 live erleben

Die spielfreudige Band mit dem ganz eigenen Sound rund um den hymnischen Gesangs von Frontmann Bono und experimentierfreudigem Gitarristen The Edge ist live ein echter Genuss. Den hohen Stellenwert des Live-Auftritts kann man auch an den langen Touren der Band erkennen. Für die neue Tour zum Album Songs of Innocence sind die Karten jetzt bereits erhältlich und man sollte sich lieber beeilen, um auch tatsächlich in den Genuss einer ganz besonderen Show zu kommen. Immerhin haben sie mit ihrer 360°-Tour selbst die Rockveteranen schlechthin, die Stones, mit 7,4 Millionen Zuschauern geschlagen. Neben riesigen Hallen und Stadien und dazugehöriger beeindruckender Technik kann sich die Band bei ihrer Livewirkung auch auf das Charisma ihres Frontmannes und ihren unverwechselbaren Sound und ihre Spielfreude verlassen. Das Publikum zeigt sich von Amerika, Asien bis Europa weltweit nach wie vor begeistert von dieser Band und ihrer unbändigen Musikbegeisterung und ihrem großen Engagement.

 

 

Bildquelle: Luca Comello/Bigstock.com

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