10 Phänomene unserer Erde – Wir klären auf

Phänomene lassen sich meistens durch Naturwissenschaften erklären – aber nicht immerFoto ©Bigstock

Phänomene begeistern und verunsichern uns Menschen seit Jahrhunderten zugleich. Die Faszination liegt im Unbekannten. Wir zeigen Ihnen 10 Phänomene unseres Planeten und klären deren Ursache auf. In allen Fällen ist keine dunkle Magie oder Hexerei im Spiel. Häufig helfen uns die Naturwissenschaften, die Phänomene unserer Erde aufzuklären.

Phänomen Kornkreise

Geknickte Kornhalme sind das eine, aber die Regelmäßigkeit mit der in den Achtzigerjahren vor allem in Südengland die Kornhalme knicken, lässt die Bürger bald an Alienaktivitäten denken. In den Folgejahren verbreitet sich das Phänomen Kornkreise über die Welt und die Formen der Knickungen werden immer komplexer. Obwohl das ursprüngliche Kornkreisphänomen offenbar auf zwei Briten zurück geht, die die Gebilde eigenhändig schufen, kommen komplexe Figuren im Korn auch in Wirklichkeit zuweilen vor. Mit Ufos muss das aber nichts zu tun haben. So vermutet die Wissenschaft zum Beispiel Luftwirbel hinter den Gebilden.

Das pinke Wasser von Australien

Die Insel Middle-Island, welche den Pink-Lake umgibt, darf kein Mensch betreten

Die Insel Middle-Island, welche den Pink-Lake umgibt, darf kein Mensch betreten

Pink Lake, so heißt der Märchensee auf der australischen Insel Middle Island. Sogar vom Flugzeug aus, erkennt man den Grund für diese Namensgebung, denn das Wasser erstrahlt in sattem Rosa bis Pink. Forschern zufolge sind Bakterien und Algen die Ursache für die rosa Färbung. Aus nächster Nähe darf man sich den Pink Lake nicht ansehen, denn die Insel steht unter Naturschutz und ist deshalb für den Menschen gesperrt.

Kugeln wie aus Schokolade

Die Chocolate Hills sind nicht etwa ein Begriff aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Es gibt sie wirklich und zwar auf der philippinischen Insel Bohol. Es handelt sich um rund 1300 fast identische, Hügel in Halbkugelform, die innerhalb von 50 Quadratkilometern aus dem Boden brechen und in Höhen von bis zu 50 Metern schießen. Wie sie entstanden sind, ist bislang nicht geklärt. Viele Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass ein Vulkan vor Jahrhunderten Steinblöcke ausgespuckt hat, die mit Kalkstein bedeckt wenig später aus dem Bett des Ozeans stiegen.

Es regnet Blut

In Indien regnet es 2001 Blut. Zumindest ist der herabgehende Regen blutrot und das über mehrere Tage. Dasselbe Phänomen findet 2006 und 2007 statt. Was haben die Einwohner des indischen Kerala verbrochen, um Opfer dieses Ereignisses zu werden? Wohl gar nichts, denn wie Wissenschaftler feststellen, ist weder Gott noch ein Fluch für die blutrote Färbung verantwortlich. Statt dessen geben biologische Zellen dem Regen diese Farbe. Vermutlich waren Sporen von Algen im Wasser enthalten. Endgültigen Aufschluss darüber gibt es aber noch nicht.

Das Tor zur Hölle in Turkmenistan

Seit 1971 vermutet man den Teufel nahe. In der turkmenischen Wüste Karakum hat sich damals das „Tor zur Hölle“ geöffnet. Die Rede ist vom Krater von Derweze – einem 70 Meter umgreifenden Loch mitten im Nirgendwo, wo seit über 40 Jahren ununterbrochen tödliche Flammen herauszüngeln. Die Einheimischen bringen das Phänomen mit dem Teufel selbst in Verbindung. Geologen haben dafür eine andere Erklärung. So ist Derweze für sein Erdgas bekannt. Bei Bohrungen entdeckte man 1971 eine unterirdische Höhle, die bis zum Bersten mit Gas gefüllt war. Als die Bohrplattform einbrach, öffnete sich zu dieser Höhle ein Loch mit einem Radius von rund 35 Metern. Damit das giftige Gas nicht ausdringen würde, zündete man es an. Die Hoffnung auf ein zeitiges Ausbrennen musste man schließlich abschreiben, denn noch bis heute ist das Feuer aktiv.

Centralia und der Vorhof zur Hölle

Filme wie „Silent Hill“ haben dieses Phänomen im US-amerikanischen Städtchen Centralia mit dem Begriff Vorhof zur Hölle in Verbindung gebracht: Aus breiten Rissen in der Erde kämpft sich unermüdlich dicker Rauch in den Himmel hinauf. Teile des Bodens brechen ein und hinterlassen tiefe Spalten, die Menschen und Fahrzeuge, ja sogar Häuser zu verschlucken drohen. Es ist unerträglich heiß und riecht erbärmlich. Ein unterirdisches Inferno greift um sich, bis die Stadt von der Landkarte gestrichen wird. Centralia ist eine der bekanntesten Geisterstädte der USA. Für weitere 100 bis 200 Jahre wird sich in diesem Ort der Boden öffnen und giftige Dämpfe sowie Flammen austreten lassen. Tatsächlich ist nicht der Teufel für das Phänomen verantwortlich, sondern eine brennende Mülldeponie, deren Feuer unter der Erde des Bergbaustädtchens auf die weiten Kohlelager des Ortes übergreift. Eindämmungsversuche misslingen. Was bleibt ist warten, bis die Ressourcen von Centralia irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes ausgebrannt sein werden.

Der japanische Geisterwald

Im Aokigahara, dem Geisterwald in Japan, gibt es jährlich bis zu 100 Selbstmorde

Im Aokigahara, dem Geisterwald in Japan, gibt es jährlich bis zu 100 Selbstmorde

Am Fuß des Fuji liegt in Japan der Aokigahara. Dieses “Meer aus Bäumen” ist ein entlegender Wald, der von Geistern heimgesucht werden soll. Weder Kompass noch andere elektronische Geräte funktionieren hier. Wer sich in dieses Gebiet wagt, kann nicht einmal jemanden verständigen. Der Wald ist verhext und seit Jahrzehnten einer der beliebtesten japanischen Orte für Suizide. Was hat es damit auf sich? Wissenschaftler wollen die Erklärung für das scheinbar übernatürliche Phänomen in einem riesigen Magnetfeld ungeklärter Herkunft vermuten. Dass der Wald mit Selbsttötungen in Verbindung gebracht wird, hat ebenfalls wenig mit Geistern zu tun und liegt vermutlich mit in der Verantwortung von Autor Matsumoto Seicho, dessen Protagonistin in “Der Wellenturm” genau hier Selbstmord begeht.

Was brummt denn da?

Jetzt wird es erst so richtig gruselig, denn unsere letzten Phänomene sind bislang unerklärt. Die Engländer nennen es “The Hum”, aber auch in Deutschland und überall sonst auf der Welt, soll es sich bereits ereignet haben. 1989 passiert es zum ersten Mal: In New Mexico, wo einige Prozent der Einwohner von Taos urplötzlich einen Brummton wahrnehmen. Das äußerst tiefe Brummen kurz vor der Unhörbarkeit soll die Menschen vor allem in der Nacht heimsuchen und wird im Laufe der darauffolgenden Jahre immer wieder und an verschiedensten Orten der Welt wahrgenommen. Wissenschaftliche Messungen sollen den Ursprung klären. Bisher blieben alle Messungen aber erfolglos. Das Brummen undefinierter Herkunft und Quelle geht also weiter. Schon mal gehört?

Carnneto unter Strom

Im Sizilianischen Canneto geht die Welt in Flammen auf. Die Einwohner berichten von unerklärlichen Bränden.
Betroffen sind unter anderem:

  • Stühle
  • Matratzen
  • Fernseher
  • Stromkästen
  • Haushaltsgeräte

Obwohl die sizilianischen Behörden das Phänomen bereits mehrmals untersucht haben, sind sie bislang zu keinen Schluss gekommen. Laut Aussage der Behörden ergriff der Brand immer zuerst ein Gerät im Erdgeschoss eines Hauses. Einige Tage später habe es ein Gerät im Stock darüber erwischt. So habe sich die Reihe regelmäßig durch ein gesamtes Gebäude fortgesetzt. Sogar Geräte ohne Stromversorgung schalteten sich aus unerklärlichen Gründen ein und zeigten seltsame Bilder, um kurz darauf in Flammen aufzugehen. Wissenschaftler hielten zuerst den nahe gelegenen Ätna für den Urheber des Phänomens. Untersuchungen kamen zu keinem Ergebnis, sodass die Bewohner schnell Außerirdische für die Aktivität verantwortlich machten. Die Armee ging dagegen von einem Magnetfeld aus, das möglicherweise auf ein bislang unentdecktes Atom-U-Boot auf dem Meeresgrund zurückzuführen ist. Beweise dafür gibt es keine. Da das Brandphänomen nach einer langen Pause in jüngster Zeit wieder auftrat, gehen die Untersuchungen gegenwärtig weiter.

Der Mensch als wandelnde Fackel

Verglichen mit der Selbstentzündung von Geräten ist dieses Phänomen vielleicht noch bedenklicher: Seit dem 17. Jahrhundert wurden über 200 Fälle aufgezeichnet, die von der Verbrennung eines Menschen nach Selbstenzündung berichten. Selbstentzündung meint an dieser Stelle allerdings nicht den aktiven und selbstentschiedenen Kontakt mit Feuer. Die Menschen standen aus dem Nichts heraus in Flammen. Wieso blieb unerklärlich. Die Flammen griffen nicht auf die Umgebung über, aber die Individuen verbrannten vollständig. Wissenschaftler vermuten Selbstverschulden dahinter und gehen davon aus, dass das verflüssigte Eigenfett des Menschenkörpers in Kombination mit der Kleidung wie ein Kerzendocht gewirkt hat und deshalb keine Übergriffe des Feuers stattgefunden haben. Ob die Ursache des Brandes, wie wissenschaftlich vermutet, tatsächlich Selbstverschulden war, bleibt bis heute ungeklärt.

 

 

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