Fördermöglichkeiten für dein Start-up

Start-up: In der Gründerphase helfen Finanzierungen z.B. der KFWFoto ©Bigstock
Als Start-up im originären Sinne werden junge und neue Unternehmen bezeichnet, deren Geschäftsmodell von Beginn an auf eine Weiterung der Existenzgründung ausgelegt ist. Ihr Geschäftsfeld ist vom Ursprung der Definition her das gesamte Gebiet der Informationstechnologie, der IT sowie der Hightech. Diese Branchen reichen von A wie Automobil- oder Antriebstechnik über Biotechnologie oder Nanotechnik bis hin zu U wie Umwelttechnik. Heutzutage wird jedoch ganz allgemein jedes neugegründete Unternehmen, das sich in der Anfangs- und Aufbauphase befindet, als ein Start-up bezeichnet.

Das kann sowohl ein Einzelunternehmen, eine Personen- als auch eine Kapitalgesellschaft sein. Mit Fördermitteln wird das Ziel verfolgt, dem Start-up in der Gründungsphase finanziell buchstäblich unter die Arme zu greifen. Deren Eigenkapital ist niedrig, und ihre Bonität wird von den Banken und Sparkassen auf dem freien Kreditmarkt mangels Nachweisen von Umsatz und Gewinn meistens als nicht kreditwürdig eingestuft. Dennoch ist gerade in dieser Situation der Geldbedarf für einmalige Investitionen sowie zur Überbrückung der ersten Monate oder auch Jahre spürbar hoch. Ohne finanzielle Förderung kommt das Start-up, wie es heißt, nicht auf die Beine. Für den Existenzgründer geht es in dieser Situation darum, die für sein Unternehmen günstigsten Fördermöglichkeiten herauszufinden und sie bestmöglich zu nutzen.

Alles läuft über die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW

Die KfW ist als Förderbank des Bundes eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main. Eine ihrer Kernaufgaben ist die Förderung von Start-ups als Existenzgründern. Die KfW verwaltet und vergibt Fördermittel sowohl der Bundesregierung als auch der EU, der Europäischen Union. Dabei handelt es sich um ERP-Mittel, um Fördergelder aus dem Europäischen Investitions- und Aufbauprogramm. Mit ERP-Mitteln können ausschließlich Projekte und Maßnahmen gefördert werden, die in Deutschland stattfinden. Die Finanzierungsart ist in den meisten Fällen der Ratenkredit in Form eines nachrangigen Darlehens. Der erste Ansprechpartner für den Existenzgründer ist immer seine Hausbank. Über die, und in enger Zusammenarbeit mit ihr, wickelt die KfW sämtliche Projekte und Finanzierungen ab. Im praktischen Alltag des Unternehmers sind dafür Arbeits- und Verhandlungsgespräche notwendig, die vielfach persönlich geführt werden müssen. Das ist einer der Gründe dafür, dass als Hausbank vorwiegend die Filialbank oder Sparkasse am Ort infrage kommt, und weniger eine Direkt- oder eine Onlinebank. Die formellen Voraussetzungen dafür sind denkbar einfach. Je nach Rechtsform des Unternehmens werden die Gewerbeanmeldung, der Gesellschaftervertrag sowie die Eintragung im Handelsregister nachgewiesen.

Unter der Vielfalt an Fördermitteln richtig auswählen
Zu den häufig genutzten Fördermaßnahmen für ein Start-up gehören

  • der ERP-Gründerkredit StartGeld
  • der ERP-Gründerkredit Universell
  • das ERP-Beteiligungsprogramm
  • das ERP-Innovationsprogramm
  • das Gründercoaching der KfW
  • der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit
  • das Joint Venture
  • das Crowd Funding
  • … und andere mehr

Die KfW-Förderung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten ist ein, und zwar das wichtigste Standbein. Das schließt jedoch nicht aus, auch noch andere Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu nutzen. Die Nachrangigkeit von ERP-Darlehen erleichtert eine erst- oder vorrangige Aufnahme weiterer Kredite und Darlehen ganz erheblich. Das damit verbundene erhöhte Kreditausfallrisiko übernehmen die Geldgeber EU und KfW, die ihrerseits diese Darlehensvergaben gegen den Ausfall versichern. Abhängig von der Branche und dem individuellen Start-up wird gemeinsam mit dem Kundenberater der Hausbank über die beste Fördermöglichkeit entschieden. Damit bringt sich das Kreditinstitut selbst mit seinen eigenen Finanzierungen zusätzlich ins Spiel.

Laufende Start-up Programme bleiben 2016 unverändert bestehen

Sowohl die ERP- als auch die eigenen KfW-Förderprogramme laufen in den meisten Fällen über mehrere Jahre. Entweder werden sie zu gleichen oder anderen Konditionen verlängert, oder sie laufen aus. Bei denjenigen Förderprogrammen, die noch das Kalenderjahr 2016 hindurch gelten, sind keine Änderungen oder Neuerungen zu erwarten. Die einzige Ausnahme sind marginale Abweichungen bei dem Zinssatz für Kredite und Darlehen. Änderungen im Rahmen der KfW-Förderung, die für 2016 schon im Laufe des Jahres 2015 veröffentlicht worden sind, beziehen sich überwiegend auf die Schaffung von Wohnungseigentum und von Wohnraum sowie auf energetische Sanierungsmaßnahmen, nicht jedoch auf die Förderung von Start-ups.

Direkter Weg zur Hausbank erspart Kosten des Start-up

Eine Beratung von Start-ups, von Existenzgründungen sowie ganz allgemein zum Thema Fördergelder wird unter anderem auch von Unternehmensberatungen angeboten. Zum Teil sind sie von der KfW dazu zertifiziert, während andere als „freie, unabhängige Berater“ arbeiten. Dem Jungunternehmer sollte bewusst sein, dass es sich dabei immer um eine vorbereitende Beratung handelt. Sie kostet zusätzlich Geld, und die letztendliche Finanzierung wird auf jeden Fall über seine Hausbank abgewickelt. Aus dieser Sichtweise heraus ist der direkte Weg zum Kundenberater beim Kreditinstitut am Ort sowohl zeit- als auch kostensparender; vorausgesetzt, dass der sein Metier beherrscht.

Fördergelder und Steuerersparnis entscheidend für Geschäftssitz eines Start-up

Start-up im IT-Bereich wie beispielsweise Internetfirmen haben eine im wahrsten Sinne des Wortes weltweite Auswahl für ihren Firmensitz. Für welches Land sie sich letztendlich entscheiden, muss sorgfältig abgewogen werden. Auf der einen Seite steht eine erhebliche Steuerersparnis, wenn ein dementsprechendes Land außerhalb der EU oder in Übersee ausgewählt wird. Demgegenüber muss im Detail geprüft werden, ob die Bewilligungsbestimmungen für Fördergelder an den Firmensitz in Deutschland oder in einem EU-Land gekoppelt sind. Nicht selten schließt eins das andere aus. In der Anfangsphase einer jeden Existenzgründung geht es in erster Linie darum, Einnahmen zu generieren. Steuern lassen sich erst bei einem dementsprechend hohen Umsatz mit dem dazugehörigen Gewinn einsparen; also dann, wenn sie gezahlt werden müssen.
Insofern ist es für Start-ups generell ratsam, in den ersten Jahren überwiegend auf die Einnahmeseite zu achten und alle sich bietenden Fördergelder „einzustreichen“; selbst auf die Gefahr hin, dass dafür ein inländischer Firmensitz mit einer höheren Steuerlast die zwingende Voraussetzung ist. Eine Betriebsverlagerung ins Ausland ist anschließend immer noch möglich. Das darf dann jedoch nicht zu früh geschehen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass erhaltene Fördergelder wieder zurückgezahlt werden müssen. Aber auch das steht klar und eindeutig in jedem Bewilligungsbescheid des Geldgebers.

Fazit:
Die Fördermöglichkeiten in Deutschland sind so gut und weitreichend, dass sich für ein Start-up die Frage einer Verlagerung der unternehmerischen Tätigkeit ins außereuropäische Ausland in den ersten Jahren der Existenzgründung nicht stellen sollte.

Bildquelle:
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