Fotografie im Wandel – Handybilder statt Digicam

#foodporn beliebtes Motiv der Handyfotografie

Wie hat sich die Fotografie durch das Smartphone verändert?

Die hohen Ansprüche an die Fotografie haben sich durch die Einführung des Fotografierens mit dem Smartphone nicht verändert. Drastisch verändert hat sich die Zahl der Menschen, die durch das Smartphone in die Lage versetzt werden, vieles per Handybilder festzuhalten und über die Social Media Portale zu veröffentlichen. Diese Handybilder sind zwar zeitnah und individuell, entsprechen aber nicht jenen Qualitätsansprüchen, die an ein konventionell aufgenommenes Foto gestellt werden. Dabei fungieren als Qualitätsmaßstab die gestalteten Fotos der vielen Amateurfotografen.
Die Frage, „hat das Smartphone die Fotografie verändert“, muss mit einem „Ja“ beantwortet werden. In Deutschland waren im Juli 2015 ungefähr 46 Millionen Smartphones im Einsatz, wie oft sie als Fotoapparat genutzt wurden, lässt sich nur vermuten. Eine Erhebung Verbandes BITKOM zeigt, dass 65 % der Smartphone-Benutzer ihre Urlaubsschnappschüsse per Handy tätigen und knapp 39 Prozent von ihnen haben eine weitere Kamera. Schon die berüchtigten Selfies dürfte die Anzahl der Fotos enorm steigern.

Können Handybilder mittlerweile die Digicam ersetzen?

Wird diese Frage bis ins Detail durchdacht und recherchiert, dann kann die Antwort nur „Jain“ lauten. Natürlich kann ein Smartphone gute Handybilder machen, als Urlaubsschnappschüsse oder als Dokumentation einer Bergtour sind sie bestens geeignet. Haben gegenüber den teuren Kameras sogar Vorteile. Die handlichen Smartphones liegen gut in der Hand und sind leicht zu bedienen. Die Auflösungen der neueren Smartphone-Generationen liegen durchaus in gängigen Bereichen.

 

Das Selfie ist eines der beliebtsten Formen der Handyfotografie

Das Selfie ist eines der beliebtsten Formen der Handyfotografie

Dazu kommt die zügige Nachbearbeitung der Handybilder direkt im Smartphone. Mit entsprechender Software lassen viele Korrekturen ausführen, Horizonte gerade stellen und Bilder auf Format zuzuschneiden. Empfehlenswert ist da die kostenlose Adobe App „Adobe Photoshop Express“ als Download.
Und doch sind den Smartphones bis heute Grenzen gesetzt, mit Handyfotos die Qualität von Fotos der teureren Kameras zu erreichen.
Im Trend liegen derzeit die teuren digitalen Spiegelreflexkameras mit einem breiten Spektrum an Funktionen, die bei einem Smartphone konstruktionsbedingt nicht umgesetzt werden können. Wechselobjektive für den Nah- und Fernbereich sind nur für teure Spiegelreflexkameras erhältlich. Das Zubehör für den Sektor Spiegelreflexkameras ist so umfangreich und gewichtig, dass heutige Amateurfotografen mindestens mit einer Fototasche auf Fotopirsch gehen, meist aber wie zu Anfangszeiten der Photographie mit dem Rucksack.
Ist er erfolgreich, dann sitzt er anschließend zur Bildnachbearbeitung am Computer und korrigiert am Bildschirm Kontrast, Farbbalance den Ausschnitt und was sonst noch gemacht werden sollte.
Egal, wie immer man die Fotografie betrachtet, geht es nur darum ein schönes Erlebnis festzuhalten, dann ist der Schnappschuss mit dem Smartphone absolut das Maß. Sind die Ansprüche aber höher, etwa im semiprofessionellem Bereich, dann bleibt nur die Investition in eine digitale Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven und entsprechendem Zubehör.

Werden heute zu viele Bilder gemacht?

Diese Frage ist schnell mit einem klaren „JA“ beantwortet, das „Ja“ allein für sich im Raum stehen zu lassen, wäre sicher nicht korrekt.
Es gab Zeiten, da war der Kleinbildfilm das Maß der Fotografie und mit erheblichen Einschränkungen ist er es auch heute noch. Denn die Zahl der Fotografen, die bewusst analog fotografieren, nimmt wieder zu. Einen Kleinbild gab es als Schwarz-Weiß-Film oder auch als Farbnegativ- und als Farbdiapositiv-Film, konfektioniert für 24 oder 36 Fotos. Konsequenterweise war ein jedes gemachte Foto mit Kosten verbunden, was sicher mit Einfluss auf die Menge der geschossenen Fotos hatte. Dazu kam, dass die analogen Spiegelreflexkameras für jedes Foto eingestellt werden wollte. Da gab es Verschlusszeiten, Blenden und Entfernungseinstellungen zu berücksichtigen. War ein Motiv im Blickfeld, wurde die Kamera meist auf dem Stativ befestigt und dann begann die Einstellung, von der Verschlussspannung mit integriertem Filmtransport bis zur Auslösebetätigung konnte es dauern. Die klassische Fotografie hat ihre festen Regeln, Regeln der Optik, der Tiefenschärfe, der Sensibilität und vieles mehr. Berufsfotografen müssen sie alle beherrschen und die guten Amateure haben viel Lehrgeld bezahlt, bis sie diese Zusammenhänge beherrscht haben.

Das ist sicher ein Grund warum heute mit dem Smartphone mehr fotografiert wird, als zu Zeiten der analogen Fotografie. Heute stehen pro Speicherkarte Platz für mehr als 1000 Fotos zur Verfügung. Und weitere Kosten fallen auch nicht an, denn die Bearbeitung findet ja im Smartphone statt und ausgedruckt werden wohl die wenigsten. Gezeigt und weitergereicht werden Smartphone-Fotos über die Social Media Portale. Die können der Bilderflut kaum Herrn werden. Aber wie heißt es doch so klar definiert: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!“

Haben die Social Media Portale und die Foto-Apps die Smartphone-Fotografie für fast JEDERMANN geöffnet?

Die Einführung des Smartphones verhalf der Fotografie zu einem – bisher nie gelungenem – Siegeszug auf breitester Front. Immer mehr fotografieren mit ihren Smartphones, versenden und publizieren diese über die Social Media Portale oder über die kostenfreien Clouds. Nimmt man Facebook, Instagram & Co. ernst, so werden sie über und über mit Handy-Fotos eingedeckt. Dabei hat längst nicht jeder ein Smartphone, diese sind nicht gerade preiswert und die monatlichen Kosten müssen auch getragen werden. Gründe vermehrt Fotos zu veröffentlichen, ins Netz zu stellen, sind wohl soziale Integration und freie Entfaltung der Persönlichkeit.

Sicherlich hat zum Siegeszug der Handyfotografie Instagram beigetragen. Ein echter Trend ist das Hashtag #foodporn, worunter knapp 80 Millionen Fotos hochgeladen wurden!

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