Nicht nur süß – die unbekannten Eigenschaften der Schokolade

Schokolade – süße Versuchung

In der Schweiz befindet sich bekanntlich die wichtigste Schokoladenindustrie der Welt. In puncto Konsum liegen die Deutschen ihren Nachbarn voraus: Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt laut CAOBISCO Statistical Bulletin bei 12,2 Kilogramm pro Jahr[1]. Die Daten des Statistisches Bundesamtes geben eine andere Auskunft: Demnach liegt der Konsum bei rund 9,5 Kilogramm. Unabhängig vom reellen Wert, was treibt Menschen dazu, so viel Schokolade zu essen?

Traut man einer Umfrage von Dialego, dann verbessert Schokolade bei 82 Prozent der Befragten die Stimmung. Ein Studienbericht der Fachhochschule Münster[2] gibt Aufschluss über die Häufigkeit des Schokoladenkonsums: Mehr als jeder Dritte (37,1 Prozent) konsumiert mehrmals pro Woche Schokolade. 30,2 Prozent essen jede Woche Schokolade und 20,7 Prozent ein- bis zweimal pro Woche.

Verbesserung kognitiver Funktionen

Ob Schokolade tatsächlich die Stimmung verbessert, ist derzeit nicht bewiesen. Im Fachjournal Appetite erschien jedoch eine Studie, die belegt, dass Schokolade die kognitiven Funktionen verbessern kann.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf älteren Untersuchungen, die nun ausgewertet wurden. Ziel war es, zu untersuchen, ob Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine bestimmte Nahrungsaufnahme entstehen. Interessanterweise entdeckten die Forscher, dass der Schokoladenkonsum die kognitive Leistung verbessern kann. Eine Leistungsverbesserung wurde bei dem visuell-räumlichen Gedächtnis sowie dem abstrakten Denken sichtbar.

Die Entdeckungen sollten nicht verwundern, schließlich wird Schokolade seit der Antike verwendet, um diverse Beschwerden zu lindern, darunter Durchfall und Fieber.

Gut für Ungeborene in der Schwangerschaft

Von dem Konsum von Schokolade profitieren scheinbar auch ungeborene Säuglinge, wie eine ältere Studie aus dem Jahr 2004[3] beweist. Katri Räikkönen und seine Kollegen der University of Helsinki untersuchten 300 Frauen während ihrer Schwangerschaft. Die Frauen wurden zu ihrem Schokoladenkonsum und Stresslevel befragt. Ein halbes Jahr nach der Geburt folgte eine weitere Befragung bezüglich der Aktivität der Säuglinge. Die Kinder der Mütter, die während der Schwangerschaft Schokolade aßen, waren aktiver, lächelten und lachten häufiger. Weiterhin zeigten sich die Kleinen weniger ängstlich, wenn sie neuen Situationen begegneten.

Trotz der positiven Eigenschaften, die der Schokoladenkonsum während der Schwangerschaft haben kann, warnt dieser Artikel von einem Nebeneffekt: 100 Milligramm (mg) Koffein pro Tag verlängert die Schwangerschaftsdauer um rund fünf Stunden. Einem Newsletter der Universität Stuttgart[4] zufolge beträgt der Koffeingehalt einer in Vollmilchschokolade (100 g) rund drei bis 35 Milligramm. Bei Halbbitterschokolade beträgt er hingegen 50 bis 110 Milligramm.

Schokolade als Teil einer Sirt-Food-Diät

Schokolade und Wein als Bestandteil einer Diät? Klingt kontraproduktiv, ist es einer neuen Trend-Diät zufolge aber nicht. Sirt-Food-Diäten bestehen aus Lebensmitteln, die Sirtuine besitzen. Diese Proteine helfen beim Muskelaufbau und schützen vor Entzündungen. Nebenbei kurbeln sie die Fettverbrennung an und beeinflussen den Stoffwechsel auf eine positive Weise.

Eine Diät ist dabei kein Kurzzeitprogramm, sondern eine langfristige Ernährungsumstellung. Ziel ist es, gesund zu leben – bis zum Lebensende. In Ländern wie Japan und Italien werden Sirt-Foods seit Jahrtausenden verzehrt. Der positive Effekt ist in der hohen Lebenserwartung zu sehen[5]:

  • Japan: 85 Jahre
  • Italien: 82 Jahre

Natürlich ist nur der korrekte Konsum dieser Sirt-Foods vorteilhaft. Laut einer Studie, die im Journal of Physiology erschien, sind 250 Milligram Sirtuine pro Tag bereits zu viel des Guten.

Die Preiszusammensetzung von Schokolade

Bei einem Konsum von bis zu zwölf Kilogramm Schokolade pro Jahr geben die Deutschen einiges für ihren süßen Genuss aus. Ein Blick auf die Preisgestaltung wirft schnell eine Frage auf: Warum sind die Preise so verschieden?

Beim Discounter gibt es eine 100-Gramm-Tafel für weniger als einen Euro. Es handelt sich um eine psychologische Preisschwelle. Kunden empfinden den Preis als akzeptabel. Ist er zu hoch, bleibt die Süßigkeit im Regal. Trotz der günstigen Preise zahlen die Deutschen laut dem Statistischen Bundesamt 11,2 Prozent mehr für Schokolade.

Der Preisanstieg hängt mit den höheren Kosten für Kakao zusammen. 2.300 Pfund kostet eine Tonne, so viel wie zuletzt 2011. Wenn die Kakaoernte schwach ausfällt, steigen folglich die Preise am Markt – und diese müssen die Hersteller an ihre Kunden weitergeben. Eine Statistik von chclt.net zeigt, warum Billigmarken von den Preisanstiegen besonders betroffen sind. Bei ihnen beträgt der Kakaokostenanteil bis zu 24 Prozent. Der Kostenanteil bei Luxusmarken liegt bei nur drei bis sechs Prozent. Auf der anderen Seite kämpfen hochwertige Marken mit den Ausgaben für den Verkauf ihrer Marke. Mehr als die Hälfte des Preises (52 Prozent) entsteht durch den Handel, beim Discounter sind es nur 27 Prozent.

Hochwertige Schokolade wird bis dato von einer Randgruppe gekauft. Die breite Masse kauft die günstigen Sorten. In den letzten Jahren gibt es in diesem Bereich eine positive Entwicklung: Verbraucher kaufen verstärkt online – auch Schokolade. Im Nestlé Marktplatz können Naschkatzen Schokolade online kaufen und erhalten dort eine große Auswahl verschiedener Marken und Preiskategorien. Über den Online-Handel verkaufen insbesondere die hochwertigeren Marken leichter ihre Produkte, da der Aufwand geringer ist.


  1. Pro-Kopf-Verbrauch, Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten
  2. Markenwahrnehmung von Schokoladenmarken in Deutschland, Seite 21
  3. Sweet babies: chocolate consumption during pregnancy and infant temperament at six months.
  4. Kaffee oder Tee – oder gar Schokolade? Koffein ist eine interessante anregende Substanz
  5. Quelle: Central Intelligence Agency, Life Expectancy At Birth

Keine Kommentare

Keine Kommentare bisher.

Diesen Beitrag kommentieren