Fitnesstracker – zwischen Gesundheit und Datenschutz

Fitnesstracker - zwischen Gesundheit und Datenschutz

Fitnesstracker erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen nutzen die kleinen Geräte, um ihre Aktivitäten zu überwachen. Puls, Anzahl der Schritte, Herzfrequenzen, Schlafrhythmus und viele Dinge mehr zeichnen die Fitnesstracker auf. Der Blick auf die eigenen Werte ist für viele Nutzer ein Ansporn, die Ziele zu steigern und sich mehr zu bewegen. Hinzu kommt, dass verschiedene Krankenversicherungen ihren Versicherten Boni zahlen oder Vergünstigungen anderer Art bieten. Vorausgesetzt: Sie nutzen ein solches Armband.

Datensicherheit bei Fitnesstrackern – kommt der gläserne Mensch?

Das Problem bei der Erfassung der Daten ist, dass diese Begehrlichkeiten wecken. Krankenversicherungen bieten heute aktiven Menschen Vorteile. Mittelfristig kann das aber zu einer finanziellen Bestrafung von inaktiven Menschen oder Menschen mit „schlechten“ Fitnesswerten führen. Die Krankenkassen könnten für solche „Risikogruppen“ einfach die Beiträge anheben. Daher sind die Fitnesswerte sehr interessant für die Kassen. Aber das sind nicht die einzigen Interessenten. Auch Arbeitgeber haben ein Interesse an gesunden Mitarbeitern. Ähnliches gilt für Lebensversicherer.

Daher ist es sehr wichtig, dass die Nutzer mit den eigenen Daten nicht zu freigiebig umgehen. Das setzt jedoch voraus, dass ihre Fitnesstracker nicht zum „gläsernen Menschen“ beitragen. Allerdings ist genau das der Fall. Zu dieser Erkenntnis kommt die Universität in Toronto.

Untersuchung zeigt mangelnden Datenschutz

Die Wissenschaftler haben Geräte von acht Herstellern untersucht. Dabei haben sie entdeckt, dass Fitnesstracker von sieben Herstellern einen unzureichenden Schutz der Daten bieten. Bisher gingen die Nutzer davon aus, dass ihre gesammelten Pulswerte und anderen Gesundheitsdaten nur auf ihrem Gerät bleiben. Lediglich das Übertragen auf Smartphones und Computern war vorgesehen. Genau an dieser Stelle entsteht das Sicherheitsloch. Denn die Daten werden per Bluetooth bzw. WiFi ausgelesen. Somit ist es beliebigen Dritten möglich, mit etwas technischen Fähigkeiten die Daten ebenfalls aufzurufen. Das gelingt durch das einfache Einwählen in das Mini-Netzwerk. Einige Geräte senden die Daten sogar unverschlüsselt direkt auf alle Geräte in Reichweite. Einzig die Apple Watch hatten die Wissenschaftler nicht zu beanstanden.

Welche Fitnesstracker überzeugen?

Trotz dieses Datenlecks hält der Boom der Fitnessarmbänder an. Denn bei aller Kritik an den Datenschutz können die Geräte technisch durchaus überzeugen. Sie eignen sich sehr gut, Ziele zu setzen, sich erinnern zu lassen und Daten grafisch aufzubereiten. Das ist weit mehr als eine Spielerei, denn Die Geräte messen inzwischen relativ zuverlässig die jeweiligen Körperfunktionen.

In verschiedenen Tests konnten vor allem die Geräte von Garmin überzeugen. Leider gehören die zu denen, die Daten unverschlüsselt senden. Wer die Geräte dennoch ausprobieren möchte, findet in den beiden Fitnesstrackern vivofit 2 und vivosmart zwei Geräte des Herstellers, die bei Stiftung Warentest gut abschnitten. Kostenpunkt: um ca. 100 Euro. Nicht so viele Funktionen, aber deutlich günstiger ist der Tracker Xiaomi Mi Band. Der Ladenpreis bewegt sich bei nur rund 25 Euro. Auch bei Fitnessarmband.eu waren Fitnesstracker im Test. Als Sieger gingen nach Meinung der Experten ebenfalls die beiden Geräte von Garmin hervor. Ebenfalls konnten die Tracker Fitbit Charge für Hobbysportler und Fitbit One für Einsteiger überzeugen. Für Profis empfehlen die Experten von fitnessarmband.eu dagegen den Polar Trainingscomputer V800, der sehr präzise Messwerte liefert und eine ambitionierte Leistungsüberwachung ermöglicht. Preis: ca. 260 Euro.

Fitnesstracker: Worauf beim Kauf achten?

Wer den Trend nicht verpassen möchte, findet diese und weitere Geräte im Handel. Bei der Wahl des richtigen Trackers kommt es dann aber nicht nur auf Testergebnisse, sondern auch auf individuelle Aspekte an. Ganz wichtig ist der perfekte Sitz am Handgelenk. Denn das Fitnessarmband bleibt dort den ganzen Tag, sodass ein zu fester oder lockerer Sitz auf Dauer die neue Lust an der eigenen Bewegung verdrängt.

Bei der Funktion ähneln sich alle Geräte in den Basismesswerten. Schrittzähler, zurückgelegte Wegstrecke, verbrauchte Kalorien sowie Datum und Uhrzeit sind Standards. Gute Geräte können jedoch mehr. Puls, Herzfrequenz, Schlaf können die Armbänder ebenfalls überwachen. Jedoch enttäuschen einige Geräte mit ungenauen Daten. Daher sollten Interessierte die individuellen Wünsche stets mit Testergebnissen abgleichen. Die genaue Datenmessung ist wichtig, da ambitionierte Selftracker aus ihren Leistungswerten Tagesziele definieren. Diese Ziele überwachen die Geräte wiederum. Abweichungen bei den Messwerten können daher die tatsächlichen Entwicklungen verwässern.

Nicht zuletzt ist die Steuerung ein wichtiger Punkt. Bequem geht es per App. Bietet diese noch die Möglichkeit, die Daten in Kurven aufzubereiten, fällt eine Datenauswertung umso leichter. Dann können aus Tageszielen schnell ganze Trainingspläne werden. Diese sind Ansporn, die eigene Verfassung zu verbessern und gesünder zu leben. Einen Haken gibt es jedoch: Ein Fitnessarmband am Handgelenk reicht nicht aus, der Nutzer muss sich immer noch selbst bewegen.

BILD:
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Iwan Beijes – Freeimages.com

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