Bambus im heimischen Garten

Bambus im heimischen Garten

Bambus im heimischen Garten

Die meisten Menschen wünschen sich viele Blumen in ihrem Garten. Doch erst Immergrüne, Farne und Gräser lockern das Staudenbeet auf. Immer häufiger kommt dabei der Bambus zum Einsatz, wenngleich man bei seinem Anblick zunächst an die Gestaltung des japanischen Gartens denkt. Bambus ist ein Multitalent, das viele Gartenbereiche gut in Szene setzt. Was bei seiner Auswahl und der Pflege zu beachten ist, erklärt der nachfolgende Artikel.

Platzangebot prüfen

Eines der wichtigsten Unterscheidungskriterien beim Kauf eines Bambus ist die Art seiner Wurzeln. Viele Bambusarten wie der Flachrohrbambus bilden nämlich sehr lange unterirdische Ausläufer, so dass sie innerhalb kurzer Zeit sehr viel Platz benötigen. Selbst vor Ritzen zwischen den Terrassendielen, dem Zaun zu Nachbars Garten oder vor Fugen im Pflaster der Einfahrt machen sie keinen Halt.
Soll sich der Bambus nicht ungehindert ausbreiten, muss eine stabile Rhizomsperre eingeplant werden. Wer auf deren Errichtung verzichten möchte, wählt eine Art, die keine beziehungsweise nur kurze Ausläufer bildet. Zur Letzteren zählt der Schirmbambus, der über Jahre horstförmig gedeiht.

Weitere Kriterien für die Bambus-Auswahl?

Nicht alle Sorten der exotischen Pflanze eignen sich für den heimischen Garten. Einige von ihnen vertragen keine starken Fröste. Man muss sie über den Winter deswegen ins Haus nehmen. Das dürfte beim echten Bambus, der immerhin Höhen bis zu sieben Meter erreichen kann, recht schwierig sein. Kleinwüchsige frostempfindliche Varianten, die auch unter der Bezeichnung Zimmer-Bambus angeboten werden, lassen sich durchaus unter den hiesigen klimatischen Bedingungen kultivieren, sofern man ihnen in der kalten Jahreszeit ein entsprechendes Winterquartier zur Verfügung stellen kann.

Einige Arten gedeihen in voller Sonne, andere bevorzugen den Halbschatten bis Schatten. Auch an die Bodenverhältnisse werden unterschiedliche Ansprüche gestellt. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich die vorhandenen Gegebenheiten durch Düngung, Einarbeitung von Kies oder Lehm beziehungsweise durch Beschattung imitieren. Einfacher ist es jedoch, eine Art zu wählen, die auf Anhieb mit dem künftigen Platz harmoniert.

Bambuspflanzen im heimischen Garten

Bambuspflanzen im heimischen Garten

Weiterhin gilt es, vor dem Kauf des Bambus zu überlegen, wie lange man etwas von seiner Pflanze haben möchte.

Einige Fargesia-Sorten sind zwar winterhart, sterben jedoch nach der Blüte ab. Ursprünglich brauchte es bis dahin um die 80 Jahre. Durch Neuzüchtungen hat sich dieser Zeitraum enorm verkürzt.

So bleibt es nicht aus, dass einige Pflanzen gerade einmal wenige Jahre überdauern, bevor sie unwiederbringlich absterben.

Wirkung des Bambus

Selbstverständlich spielen auch die Wuchsform und die Höhe des Bambus bei der Auswahl eine Rolle, damit eine entsprechende Wirkung erzielt wird. Niemand wird auf die Idee kommen, einen Schirmbambus als Bodendecker einzusetzen. Ein Zwergbambus erfüllt diesen Zweck hingegen sehr gut. Insbesondere in Gruppen ins Steinbeet oder in die unmittelbare Nachbarschaft von Kiefern gesetzt kommt seine kompakte Form bestens zur Geltung. Die bekannteste Sorte ist der Pleioblastus pumilus, der bis zu 20 Zentimeter hoch wird. Wer sich für den japanischen Gartenstil entscheidet, kommt ohne den pflegeleichten Zwergbambus kaum aus. Hinsichtlich der Pflege benötigt er kaum Aufmerksamkeit. Soll die Ausbreitung seiner Ausläufer zusätzlich angeregt werden, hält man ihn mit dem Rasenmäher kurz.

Bambus wirkt auch im Kübel, allerdings muss dieser ausreichend groß sein, da der Boden viele Nährstoffe und viel Wasser liefern muss. Staunässe allerdings vertragen die Pflanzen nicht. Insofern eignen sich große Pflanzkästen aus Hartholz oder Beton, wobei deren Umfang etwa das Vierfache des Wurzelballens des Bambus betragen sollte. Auch aus Ziegel- oder Natursteinen gesetzte Hochbeete, in denen die Wurzeln der Pflanzen bis tief in den Erdboden greifen können, sind als Pflanzgefäße ideal.

Nicht nur die Form der Blätter und die Höhe entscheiden über den Effekt, den der Bambus im Garten erzielt. Einige Arten verzaubern durch ihre farblich auffallenden Halme, die beim Flachrohrbambus neben grün, graugrün, blaugrün, violett, gestreift, gelb oder schwarz sein können. Die Halme einiger Sorten sind sehr filigran, so dass sie sich beim kleinsten Windzug bewegen. Andere hingegen stehen aufrecht und werden bis zu 10 Zentimeter dick. Sie eignen sich besonders für Bereiche, in denen ein Sichtschutz in Form einer Hecke gewährleistet sein soll. Einer der bekanntesten Sorten für die Hecke ist der Phyllostachys vivax Aureocaulis. In milden Lagen hat sich auch der Phyllostachys nigra bewährt.

Wie pflegt man Bambus richtig?

Als Faustregel für alle Arten und Sorten gilt:

Ständig feucht halten, aber Staunässe vermeiden.

Bambus verdunstet nämlich viel Wasser über die Blätter, so dass er an heißen Tagen schnell trocken steht. Doch auch im Winter darf das Gießen an frostfreien Tagen nicht vergessen werden. Es kommt häufiger vor, dass die Pflanzen in der kalten Jahreszeit verdursten, als dass sie erfrieren. Arten mit flachen Rhizomen sollten täglich, an heißen Tagen sogar mehrfach, gewässert werden. Solche mit tieferen Wurzeln profitieren von gelegentlichen stärkeren Wassergaben, wobei auch die Zusammensetzung des Bodens, der Standort und die Größe der Pflanze eine Rolle spielen.

Aufgrund des hohen Nährstoffbedarfs benötigt der Bambus während der Wachstumsperiode regelmäßige Düngergaben. Am besten geschieht dies über einen organischen Dünger oder über einen Bambus-Dünger, der im Handel erhältlich ist. Bei der Konzentration sollte auf die Angaben des Herstellers geachtet werden. Reichen die Gaben nicht aus, schwächelt die Pflanze. Bei einer zu hohen Dosierung verbrennt sie. Ab Oktober wird das Düngen eingestellt.

Irgendwann ist fast jede Bambuspflanze zu kräftig geworden. Dann hilft das Stutzen mit dem Messer, der Schere oder gar mit der Säge. Die Halme können bis auf eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. Schon bald zeigen sich neue kleine Triebe.

Bambus im heimischen Garten sinnvoll zu nutzen bedarf einiger wichtiger Grundregeln!

Bambus im heimischen Garten sinnvoll zu nutzen bedarf einiger wichtiger Grundregeln!

Wie vermeide ich Schädlingsbefall beim Bambus?

Um dem Befall von Schädlingen wie weißen Fliegen oder Blattläusen vorzubeugen, empfiehlt es sich, beim Kauf besonders kräftige Pflanzen auszuwählen. Sie sind nämlich in der Lage, ungebetene Gäste abzuwehren. Zur Stärkung können Brennnessel-Jauchen verwendet werden. Sie eignen sich übrigens auch zum Spritzen, wenn der Schädlingsbefall eingetreten ist. Ein ähnlich positiver Erfolg lässt sich mit der Jauche von Ackerschachtelhalm erzielen.

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