Die Mannschaft – Basiswissen zur EM

EM 2016 Die MannschaftFoto ©Bigstock

Die Mannschaft – Basiswissen zur EM

Als aktueller Weltmeister gehört das deutsche Team auch bei der Europameisterschaft 2016 automatisch zu den Titelfavoriten. „Die Mannschaft“ peilt bei der Endrunde in Frankreich vom 10. Juni bis zum 10. Juli ihren insgesamt vierten Triumpf bei einer Europameisterschaft nach 1972, 1980 und 1996 an. Sollte sich das deutsche Team in Frankreich tatsächlich auch den erhofften EM-Titel holen, wäre es erst das dritte Mal in der EM-Historie, dass der amtierende Weltmeister auch Europameister wird. Dieses Kunststück gelang bisher nur Frankreich bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden sowie Spanien bei den letzten kontinentalen Titelkämpfen 2012 in Polen und der Ukraine.

Gruppe C: In der Vorrunde gegen Ukraine, Polen und Nordirland

In der EM-Vorrunde bekommt es „Die Mannschaft“ in Gruppe C mit der Ukraine, Polen und Nordirland mit scheinbar leichten Gegnern zu tun. Dabei startet das Team von Bundestrainer Joachim Löw als Favorit auf den Gruppensieg in das Turnier.

Der Auftaktgegner ist am 12. Juni in Lille das Team aus der Ukraine. Die zweikampfstarke Mannschaft um den Superstar Andrij Jarmolenko vom ukrainischen Top-Klub Dynamo Kiew löste das begehrte EM-Ticket erst in den Play-offs gegen Slowenien.
Vier Tage nach dem Auftakt gegen die Ukraine wartet am 16. Juni im Stade de France in Saint-Denis mit Polen ein alter Bekannter auf die deutsche Mannschaft. Schließlich mussten sich die deutschen Kicker bereits in der Qualifikation mit der offensivstarken polnischen Mannschaft um den Stürmer-Star und Kapitän Robert Lewandowski vom FC Bayern München zu tun. Dabei musste sich „Die Mannschaft“ beim Hinspiel in Warschau mit 0:2 geschlagen geben. Im Rückspiel in Frankfurt/Main feierte das deutsche Team einen überzeugenden 3:1-Erfolg und legte damit den Grundstein für den Sieg in der Qualifikationsgruppe.
Im dritten und letzten Vorrundenspiel wartet am 21. Juli in Paris der große Außenseiter Nordirland. Gegen alle drei Vorrundengegner haben die deutschen Kicker eine positive Bilanz. Gegen die Ukraine haben sie noch nie verloren (zwei Siege und drei Unentschieden). Gegen Polen kassierte Deutschland in 20 Duellen nur eine Niederlage (13 Siege und sechs Unentschieden) und gegen Nordirland wurden nur zwei von bislang 14 Begegnungen verloren. Wenn sich die deutsche Mannschaft nicht wie von den meisten Experten erwartet als Gruppensieger für die Runde der besten 16 qualifiziert, könnten im Achtelfinale bereits mit Gastgeber Frankreich einer der Turnierfavoriten oder auch die starken Engländer warten.

Als die größten Konkurrenten des deutschen Teams im Kampf um den Europameisterschaftstitel gelten Titelverteidiger Spanien und Gastgeber Frankreich. Aber auch dem Weltranglistenzweiten Belgien trauen viele Experten bei der Europameisterschaft den ganz großen Wurf zu. Als Geheimfavoriten gelten unter anderem auch die wiedererstarkten Engländer.

„Die Mannschaft“: Probleme in der Abwehr


Trotz der souveränen Qualifikation für die EM-Endrunde als Gruppensieger haben die deutschen Fußballer seit dem WM-Titel von Brasilien einiges von ihrer Sicherheit in der Defensive eingebüßt – vor allem, weil mit Kapitän Philipp Lahm und Innenverteidiger Per Mertesacker nach dem Titel zwei nahezu unverzichtbare Stammspieler ihre Nationalmannschafts-Karriere beendet haben. Die Suche nach der passenden Abwehrformation hatte Bundestrainer Joachim Löw in den vergangenen Monaten ebenso einige schlaflose Nächte bereitet, wie die fehlende Konstanz des Teams. So wechselten sich in der Vorbereitung immer wieder starke Auftritte wie der 4:1-Erfolg gegen Italien mit schwachen Leistungen wie beim 2:4 gegen England oder beim 1:3 gegen die Slowakei in Augsburg zum Ende der EM-Vorbereitung ab – auch, weil immer wieder einige wichtige Spieler verletzt fehlten.

Eine bunte Mischung aus Weltmeistern und „Jungen Wilden“

Im 23-köpfigen deutschen Team, das in Frankreich um den Titel kämpft, stehen noch 15 Weltmeister von 2014. Und wie schon vor zwei Jahren beim großen Triumpf von Brasilien wird „Die Mannschaft“ auch beim Turnier in Frankreich von Kapitän Bastian Schweinsteiger angeführt. Hinter der Leistungsfähigkeit des Mittelfeldspielers von Manchester United steht allerdings noch ein großes Fragezeichen. Schließlich hatte der 31-Jährige in den vergangenen Monaten immer wieder mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen.
Im Tor ist Manuel Neuer wie schon in den vergangenen Jahren gesetzt. Der Keeper vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München und Welttorhüter der letzten drei Jahre gilt als derzeit bester Torhüter der Welt.
In der Abwehr setzt Bundestrainer Joachim Löw wieder auf die WM-Innenverteidigung Jerome Boateng und Mats Hummels. Der Neu-Münchner Hummels plagt sich allerdings derzeit noch mit einem Muskelfaserriss herum und wird deshalb wohl in den ersten EM-Spielen ausfallen. In der Offensive sollen unter anderem Mesut Özil (FC Arsenal London), Toni Kroos (Real Madrid) und Thomas Müller (FC Bayern München) zu den Stützen des deutschen Teams gehören. Mit Joshua Kimmich (FC Bayern München), Julian Weigl (Borussia Dortmund) und Leroy Sané (FC Schalke 04) gehören auch drei „Junge Wilde“ zum deutschen EM-Kader. Die drei Youngster haben in der vergangenen Bundesliga-Saison für Furore gesorgt und gehören zu den großen Hoffnungsträgern für die Zukunft.

Wie Bastian Schweinsteiger bestreitet auch Lukas Podolski sein sechstes großes Turnier. Damit sind die beiden Mittelfeldakteure die erfahrensten Spieler im deutschen Team. Mit Angreifer Mario Gomez hat in den letzten Monaten ein weiterer erfahrener Spieler die Rückkehr in „Die Mannschaft“ geschafft. Der einzige gelernte Stürmer im deutschen EM-Kader hat eine starke Saison bei Besiktas Istanbul hinter sich. Mit 26 Toren wurde er Torschützenkönig in der türkischen Süper Lig und hatte damit einen entscheidenden Anteil am Gewinn des Türkischen Meistertitels.Fehlen wird bei der EM-Endrunde in Frankreich Mittelfeldspieler Marco Reus von Borussia Dortmund. Der 27-Jährige muss wie schon bei der Weltmeisterschaft 2014 wegen einer hartnäckigen Verletzung passen. Das EM-Stammquartier der deutschen Mannschaft ist das „Hotel Ermitage“ in Évian-les-Bains am Ufer des Genfer Sees. Von dem Vier-Sterne-Hotel aus fährt „Die Mannschaft“ zu allen Spielen.
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