Der Jakobsweg

Der JakobswegFoto ©Bigstock
Der Camino de Santiago, der Jakobsweg, zieht Jahr für Jahr Tausende von Pilgerern in seinen Bann. Wer darüber nachdenkt, auch selbst loszuziehen, sollte auf eine sorgfältige Planung dieses Projekts nicht verzichten: Wir zeigen Ihnen, was Sie wissen müssen, bevor es losgehen kann, welche Ausrüstung Sie benötigen und geben Ihnen wichtige Tipps für dieses besondere Erlebnis.

Die richtige Zeit für den Jakobsweg – wann soll ich pilgern?

„Hochsaison“ herrscht auf dem Jakobsweg grundsätzlich zwischen April und Juni sowie im September und im Oktober. Dann sind die Temperaturen angenehm mild, aber nicht zu heiß. Im Hochsommer ist das Wandern deutlich anstrengender, zudem regnet es öfter als in den Übergangsjahreszeiten. Vermeiden Sie es außerdem, in den Schulferien loszuziehen. Hier kann es passieren, dass Sie keine freien Unterkünfte mehr finden bzw. nur relativ teure Hotels und Pensionen unterwegs antreffen.

Länge und Dauer des Jakobsweg – wie viel Zeit Sie einplanen sollten

Der Jakobsweg ist mehr als 800 km lang und daher sicherlich eine der längsten bekannten Wanderrouten überhaupt. Wie lange man genau dafür braucht, lässt sich nur schwer sagen. Denn hier kommt es sowohl auf die eigene Kondition als auch auf das Lauftempo an, mit dem man unterwegs ist. Trainierte, zügig laufende Pilgerer können die Strecke in gut 25 Tagen bewältigen. Allerdings gibt es natürlich auch Pilger, die sich zwei Monate Zeit dafür nehmen. In der Regel sollte man mit etwa 30 bis 40 Tagen rechnen, wenn man nicht hektisch unterwegs sein und sich auch einmal eine Auszeit gönnen möchte. Dann legt man pro Tag etwa zwischen 20 und 27 km zurück.

Eingeplant werden sollten neben den reinen Wandertagen auch einige Tage zum Ausruhen. Verzichtet man darauf, wird man nicht zwangsläufig schneller am Zielort Santiago de Compostela ankommen, sondern sich höchstwahrscheinlich unterwegs schnell erschöpft fühlen: Blasen an den Füßen, schmerzende Knie oder auch Probleme mit den Achillessehnen
können im schlimmsten Fall nicht nur eine längere Pause, sondern auch den Abbruch der ganzen Reise erzwingen. Geben Sie dem Körper also genügend Zeit, sich zu erholen und planen Sie am besten schon vor der Abreise ein, wo Sie sich zwei bis drei Tage Pause gönnen möchten. Unterwegs gibt es viele sehenswerte Orte zu besichtigen, wie

  • Lyon

  • Pamplona

  • Burgos
  • Prag

  • Budapest

Nicht zuletzt ist dies auch etwas Abwechslung. Denn rund um die Uhr nur zu wandern macht selbst den größten Outdoor-Fans oft irgendwann keinen Spaß mehr.

Unterwegs auf dem Jakobsweg – besser alleine oder in der Gruppe?


Wer plant, den Jakobsweg zu bewältigen, stellt sich sicherlich auch die Frage, ob man lieber alleine oder gemeinsam mit anderen wandern möchte. Dies bleibt einem natürlich selbst überlassen. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Fest steht jedoch, dass Alleinwanderer nicht auf eine sorgfältige Planung verzichten sollten, da sie auf sich alleine gestellt sind. Unterschätzen Sie den Aufwand für die Organisation dieses Vorhabens nicht, denn um die Auswahl der Unterkünfte, um die richtige Kalkulation der Tagesetappen und um vieles mehr muss man sich dann alleine kümmern.

Dennoch entscheiden sich nicht wenige Menschen genau für diese Variante. Einerseits, weil Freunde und Verwandte keine Zeit oder kein Interesse daran haben. Andererseits, weil man damit die Möglichkeit hat, zur Ruhe zu kommen, Zeit zum Nachdenken zu haben und zu sich selbst zu finden. Man kann die Natur genießen, dort pausieren, wo man möchte und so lange an Orten verweilen, wie es einem gefällt.

Die andere Option, in der Gruppe zu reisen, sollte dennoch zumindest einmal eine Überlegung wert sein, denn auch diese hat ihre klaren Vorzüge. Nicht nur hat man einen Gesprächspartner, mit dem man sich unterwegs über die verschiedensten Themen unterhalten kann, sondern zudem die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und vielleicht Freundschaften fürs Leben zu schließen. Verreist man gemeinsam mit Freunden oder Verwandten, lässt sich zudem das Gewicht des Gepäcks aufteilen. Am besten spricht man sich in diesem Fall vorher ab und plant genau, wer was mitnimmt.

Und: Ganz egal, wie sehr man normalerweise ein Einzelgänger ist – ist man mit einer Gruppe unterwegs, wird man zwangsläufig mit den anderen Leuten ins Gespräch kommen. Es kann sehr interessant sein, neue Lebensgeschichten zu erfahren und vielleicht auch ganz neue Denkanstöße für seine eigenen Gedanken und Konflikte zu erhalten.

Pilgern auf dem Jakobsweg – welche Kosten fallen dafür an?

Die Kosten für eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg sind in der Regel nicht so gering, wie viele Menschen annehmen. Vor allem nicht in der Hochsaison. Dennoch gibt es natürlich die Möglichkeit, die Reise günstig zu planen, wenn das Budget begrenzt ist.
Noch bis vor einigen Jahren war es eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass Pilger überall kostenlos Unterschlupf fanden, wenn sie auf der Suche nach einer Bleibe waren. Heute sieht das jedoch anders aus: Weil der Jakobsweg in den letzten Jahren stark an Popularität zugenommen hat, verlangen die meisten Unterkünfte mittlerweile Geld für ihre Betten. Auch Essen und Trinken sind natürlich nicht umsonst.

Am Wegrand deuten viele Schilder mit dem Sonnensymbol den Pilgern den Weg

Am Wegrand deuten viele Schilder mit dem Sonnensymbol den Pilgern den Weg

Wer jedoch schon im Voraus gut plant und im Internet recherchiert, wo er zu welchem Preis übernachten kann, kann sich diese Anlaufpunkte schon im Vorfeld reservieren. Dann aber ist man auch fast schon dazu gezwungen, die geplante Tagesetappe auch wirklich zu bewältigen.

Überschätzen Sie Ihre Kondition nicht, sondern prüfen Sie lieber vorab bei einem Tagesmarsch zu Hause, wie lange Sie in jedem Fall unterwegs sein können, ohne dass die Füße schmerzen.

Auch die Ausrüstung muss berücksichtigt werden: Je nach Umfang kann diese zwischen 300 bis 800 Euro betragen.

Die richtige Ausrüstung zum Pilgern – was brauche ich für den Jakobsweg?

Wer das erste Mal pilgern geht, steht meist vor der großen Frage, was er überhaupt alles einpacken soll. Grundsätzlich braucht man natürlich einen Rucksack, der ein möglichst geringes Eigengewicht hat. Für Frauen gibt es spezielle, an die weibliche Anatomie angepasste Modelle, die deutlich komfortabler sind. Bedenken Sie: Sie tragen den Rucksack für viele Stunde Tag für Tag auf dem Rücken – da wäre es fatal, an Tragekomfort zu sparen.

Dasselbe gilt für die Wanderschuhe:

Wählen Sie Modelle, die rundum perfekt passen, nirgends drücken, gut gedämpft sind und ein solides Profil aufweisen. Auch deren Gewicht sollte möglichst gering sein. Als zweites Schuhpaar sollten Sie ein leichtes und luftiges Paar Sandalen oder Schlappen wählen, die Sie in der Unterkunft oder an Ihren freien Tagen tragen können.

Ansonsten gilt bei der Packliste:

Sparen Sie, wo es nur geht. Eine Halterung für die Wasserflasche ist ein Muss, alternativ dazu bietet sich ein Wassersack an. Natürlich wandert man nicht durch die Sahara – jedoch kann es auch in Spanien schnell sehr heiß und trocken werden, zumal es Etappen gibt, bei denen man mehrere Stunden lang keinen Schattenplatz und keine Einkaufsmöglichkeit findet. Führen Sie also mindestens zwei bis drei Liter Wasser mit sich.

Benötigt werden darüber hinaus eine Sonnenbrille, ein Kompass, ein Taschenmesser. Ein Kulturbeutel mit den wichtigsten Kosmetika und einigen Medikamenten sowie auch Schlafutensilien kann wichtig sein. Wer campen möchte, sollte ein möglichst leichtes und kompaktes Zelt mit sich führen. Eine Isomatte lässt sich zusammengerollt auf jedem Outdoor-Rucksack transportieren.

Bezüglich der Kleidung sollten Sie auf das Lagen-Prinzip setzen: Funktionelle, atmungsaktive Stoffe und Basics, die Sie je nach Wetterlange an- und ausziehen können, sind ideal. Tipp: Packen Sie nicht zu viel davon ein – es ist besser, eine Tube Reisewaschmittel mitzunehmen, mit der Sie unterwegs eine Teile waschen können.

Bildquellen: Bigstock

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