ACHTUNG: Maulwurf im Garten vertreiben

Der maulwurf auf seinem Maulwurfshügel... Oft ein unliebsamer Gast im heimischen GartenFoto ©Bigstock
Alle Gartenliebhaber kennen das Problem sicherlich: Kaum sprießt der Rasen in einem satten Grün, zeigen sich die ersten Maulwurfhügel und machen das Gesamtbild zunichte. Bis zu 20 Hügel kann ein Maulwurf am Tag produzieren – ein gepflegter englischer Rasen sieht anders aus. Dabei ist der kleine Insektenfresser nicht unbedingt ein Schädling: Pflanzen aller Art rührt er nicht an; vielmehr ernährt er sich bevorzugt von Regenwürmern und Insekten.

In den Herbstmonaten kann man beobachten, dass der Maulwurf besonders aktiv ist und sich einen Wintervorrat anschafft. Zwischen 20 und 50 Gramm Nahrung muss er täglich zu sich nehmen, was ungefähr der Hälfte seines Körpergewichtes entspricht. Länger als 24 Stunden kann ein Maulwurf nicht ohne Nahrung auskommen. Fälschlicherweise wird der Maulwurf gerne als Nagetier bezeichnet, jedoch zählt er ebenso wie der Igel oder die Wühlmaus zu den Insektenfressern. Die Hügel der Wühlmaus kann man übrigens von einem Maulwurfshügel recht gut unterscheiden: Maulwurfshügel sind nicht nur etwas höher, auch befindet sich das Loch genau in der Mitte darunter.

Der Maulwurf – possierliches Tierchen oder Gartenschreck?

Den Maulwurf selbst werden Sie eher selten zu Gesicht bekommen, denn er zeigt sich nur in Ausnahmefällen an der Erdoberfläche. Maulwürfe werden bis zu 16 Zentimeter lang; charakteristisch sind die fünf bekrallten Finger, mit welchen die Maulwürfe ihr unterirdisches Gangsystem im Garten anlegen; dieses kann bis zu 2.000 Quadratmeter groß sein. Maulwürfe sind Einzelgänger. Ihr Gangsystem teilen sie sich nur sehr ungern mit einem Artgenossen. Wenn Sie in Ihrem Garten also Maulwurfshügel entdecken, werden diese vermutlich nur von einem Tier stammen.

Bundesland

Bußgeld
Baden-Württemberg Bis zu 50.000 €
Bayern Bis zu 50.000 €
Berlin Bis zu 50.000 €
Brandenburg Bis zu 65.000 €
Bremen Bis zu 50.000 €
Hamburg Bis zu 50.000 €
Hessen Bis zu 50.000 €
Mecklenburg-Vorpommern Bis zu 20.000 €
Niedersachsen Bis zu 50.000 €
Nordrhein-Westfalen Bis zu 50.000 €
Rheinland-Pfalz Bis zu 5.000 €
Saarland Bis zu 10.000 €
Sachsen Bis zu 50.000 €
Sachsen-Anhalt Bis zu 50.000 €
Schleswig-Holstein Bis zu 50.000 €
Thüringen Bis zu 50.000 €

Tabelle 1: Busgeldkatalog Deustchland: Fangen, Verletzen, Töten von Maulwürfen sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten

Was sollte man noch über Maulwürfe wissen?

Die Tiere werden etwa drei, maximal fünf Jahre alt. Auch der Tagesrhythmus der Maulwürfe ist interessant: Vier Stunden lang gräbt er kontinuierlich in der Erde, begibt sich auf Nahrungssuche oder vertilgt eben diese Nahrung. Danach schläft er für weitere vier Stunden, ehe sich diese Prozedur wiederholt. Auch unter der Erde sind die Maulwürfe gut organisiert: Neben einem Schlafplatz legen Sie sich auch eine Nist- und eine Vorratskammer an. In dieser horten sie die Regenwürmer oder andere Insekten, denn länger als 24 Stunden können sie nicht ohne Nahrung überleben. Auch Bodenfrost im Winter oder Hochwasser kann den Maulwürfen das Leben kosten. Blind sind die Maulwürfe übrigens nicht; hell und dunkel können sie durchaus unterscheiden. Jedoch können die Tiere weitaus besser riechen und hören. Die Ohren der Maulwürfe sind allerdings unter dem Fell versteckt, damit keine Erde hineingeraten kann.

Maulwürfe vertreiben – das sollten Sie wissen!

Anders als die Wühlmaus steht der Maulwurf bereits seit dem Jahr 1988 unter Artenschutz und darf nicht ohne Weiteres gefangen geschweige denn getötet werden. Wer einen Maulwurf tötet und erwischt wird, muss nicht nur mit hohen Geldstrafen rechnen, selbst Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren sind möglich. Auch ist es nicht erlaubt, Maulwürfe lebend zu fangen und anschließend wieder auszusetzen. Das Gefangensein in einer Lebendfalle würde für den Maulwurf so viel Stress bedeuten, dass er hier unter Umständen sogar verenden kann. Vielmehr müssen Sie den Maulwurf in Ihrem Garten so lange schikanieren, bis er freiwillig das Feld räumt.

Dies kann ganz schnell gehen, denn Maulwürfe lieben eine geruchs- und möglichst geräuschfreie Umgebung. Störende Gerüche oder Geräusche also vertreiben einen Maulwurf recht schnell. Auch kann es nützlich sein, die Maulwurfshügel wieder einzuebnen. Dies kann mit einer Harke ebenso geschehen wie mit einem Wasserstrahl. Mit einem Wasserstrahl kann man die unterirdischen Gänge der Maulwürfe zerstören; schnell wird sich der Maulwurf eine neue Bleibe suchen.

Nur selten lässt sich der Maulwurf über Tage blicken

Nur selten lässt sich der Maulwurf über Tage blicken

Wenn Sie im Herbst Kaiserkronen oder Lilien in Ihren Garten pflanzen, kann dies Maulwürfe ebenso vertreiben, denn den Geruch beider Pflanzen mögen die Tiere überhaupt nicht.

Natürliche Feinde und Hausmittel

Maulwürfe haben jedoch auch zahlreiche natürliche Feinde, unter anderem den Mäusebussard oder den Graureiher. Schaffen Sie sich daher in Ihrem Garten einen Ansitz für diese Vögel und die Maulwurfplage wird sich schnell von selbst erledigt haben. Auch Katzen finden Maulwürfe sehr interessant; wenn Sie eine Hauskatze besitzen, fängt diese mit etwas Glück den Maulwurf.
Doch gibt es noch mehr Möglichkeiten, wie Sie Maulwürfe aus Ihrem Garten vertreiben können. Da die Tiere sehr gut hören und riechen, können Sie Geräusche ebenso wie Gerüche nutzen, um die Maulwürfe endgültig loszuwerden. Saure Milch, in Benzin getränkte Tücher oder Essigessenz beispielsweise mag der Maulwurf gar nicht, Gleiches gilt für Klangspiele.

Auch wenn es um ihn herum zu laut wird, sucht sich der Maulwurf schnell ein neues Revier. Tobende Kinder im Garten oder auch ein lauter Benzinrasenmäher sind ein Graus für Maulwürfe. Im Handel sind zudem Ultraschallgeräte gegen Maulwürfe erhältlich – ob diese allerdings zum gewünschten Erfolg führen, ist umstritten. Anders sieht es dagegen mit dem sogenannten Maulwurfschreck aus: Diese Geräte arbeiten mit Ultraschallwellen von bis zu 1.000 Hertz und vertreiben damit nicht nur Maulwürfe, sondern auch Wühlmäuse oder andere unliebsame Gartenbewohner. Leider fühlen sich häufig auch Hunde und Katzen von diesen Geräten gestört.

Fazit

Versuchen Sie doch einmal, Ihrem Mitbewohner etwas Positives abzugewinnen. Immerhin sorgen Maulwürfe dafür, dass der Boden ständig aufgelockert wird; auch spricht allein schon die Existenz von einem Maulwurf in Ihrem Garten von der guten Qualität Ihres Bodens. Auch frisst der Maulwurf Pflanzenschädlinge wie Schnecken oder Raupen für sein Leben gern – diese müssen Sie also in Ihrem Garten künftig nicht mehr befürchten. Können Sie sich dennoch nicht an den Anblick der Maulwurfshügel gewöhnen, probieren Sie einfach einen der oben genannten Tipps aus.

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