Trends 2016: Onlineshop vs. Einzelhandel

Onlineshop vs stationärer EinzelhandelFoto ©Bigstock

Stationärer Einzelhandel einerseits und Onlineshops andererseits sind heutzutage zwei tragende Anbietersäulen.

Als stationärer Einzelhandel wird das Handeln als wirtschaftliche Aktivität von einem feststehenden Platz aus bezeichnet. Die Betriebsstätte ist je nach Branche das Ladenlokal oder der Handelsbetrieb. Ein typisches Kriterium für den Einzelhandel sind Lagerhaltung und Warenbevorratung. Ladenlokal und Warenlager müssen möglichst eng beieinander liegen, damit die Wege von hier nach da kurz sind. Um die Lagerkosten sowie die Kapazität im Warenlager bestmöglich zu minimieren, wird „on demand“ geliefert. Das erfordert eine ausgefeilte, absolut zuverlässige Logistik. Was der Einzelhändler nicht auf den Punkt genau im Laden parat hat, das kann er nicht verkaufen. Der Kunde kommt nur selten wieder. Anstatt zu warten und den Weg zweimal zu machen, geht er zur benachbarten Konkurrenz – oder er schaut sich im Internet um.

Onlineshops sind wie ein virtueller Einzelhandel. Die Menüpunkte sind mit den Abteilungen und Warenregalen vergleichbar. Der Kunde kann das gesuchte Produkt einmal, mehrere Male und so oft wie gewünscht anschauen. Ihm „sitzt kein Verkäufer im Nacken“ sowie niemand, der ihn zum Kaufen animiert. Die Produkt- und Warenauswahl ist in den Onlineshops ungleich größer und vielfältiger als im Einzelhandel. Hinzukommt die geradezu bestechende Logistik. Wenige der Onlineshops unterhallt ein eigenes Warenlager.

Die EDV-gestützte Lagerverwaltung des Herstellers oder Lieferanten, mit dem der Shopbetreiber online verbunden ist, gibt sekundenschnell eine verbindliche Auskunft über die Verfügbarkeit. Per Dropshipping ist der bestellte Artikel innerhalb von 24h nach der Bezahlung beim Kunden. Der Onlineshop nimmt die Bestellung entgegen und ordert bei seinem Lieferanten. Nach Zahlungseingang beim Onlineshop „bekommt der Lieferant grünes Licht“. Er schickt zeitgleich die Ware an den Kunden. Dem ist oftmals gar nicht bewusst und im Endeffekt auch egal, von wem er die Lieferung zugeschickt bekommt. Das fällt erst dann auf, wenn es zu Unstimmigkeiten oder zu Unregelmäßigkeiten kommt.

Wer macht das rennen: „Vor Ort“ oder „Onlineshop“

Vor diesem Hintergrund stellt sich für den Kunden als Endverbraucher die sicherlich spannende Frage, wem er im Einzelfall den Vorzug geben soll. Ist es sein stationärer Einzelhandel, oder einer der zahlreichen Onlineshops. Dazu ist die Beantwortung der folgenden Fragen von besonderem Interesse:

  • Wie steht es aktuell um den stationären Einzelhandel?
  • Was sind die 2016er neuen Branchen?
  • In welchen Bereichen werden 2016er die stärksten Branchenzuwächse im Onlinehandel erreicht?
  • Welche Onlinebranchen haben auch im Jahre 2016 noch Nachholbedarf?
  • Wer macht das Rennen im Weihnachtsgeschäft 2016?
  • Wie sind die Aussichten auf das Jahre 2017?

Einzelhandel ist nicht ersetzbar

Für den Bürger ohne Onlinezugang und Internetanschluss hat sich in Bezug auf den Einzelhandel gegenüber früher nichts geändert. Er ist geradezu darauf angewiesen, seinen Bedarf im Einzelhandel zu decken. Der punktet auf jeden Fall mit einem ganz persönlichen, individuellen Beratungsservice sowie mit dem Angebot, die Waren und Produkte „anfassen, anprobieren und riechen zu können“. Die Produkt- und Warenvielfalt der Onlineshops ist vom Angebot her oftmals größer als die Nachfrage. Das Impressum auf der Website des Shops sagt zunächst einmal nichts über dessen Seriosität oder erfolgreiche Geschäftstätigkeit aus. Der Kunde kann sich von seinem Einzelhändler am Ort jedoch ein Bild machen. Den einen kennt er persönlich, während ihm Handelsketten, Discounter und Supermärkte ebenfalls bekannt sind. Das Gespräch im Einzelhandel vis-à-vis ist nicht zu ersetzen, wohingegen eine direkte Kommunikation mit Onlineshops vielfach nicht möglich, oftmals auch gar nicht gewünscht ist.

Für viele nicht zu ersetzen: Shoppen mit Freunden in der Stadt...

Für viele nicht zu ersetzen: Shoppen mit Freunden in der Stadt…

Bücher nur im Onlineshop? Der Buchhandel lebt

Zu den neuen, sozusagen erstarkten Branchen gehört derBuchhandel. Hier ist die Logistik ebenso gut wie bei den Onlineshops. Der Kunde bestellt telefonisch oder per E-Mail unter Angabe der ISBN-Nummer sein Buch. Das liegt am nächsten Vormittag abholbereit. Schneller geht es bei dem größten Versender mit dem „A“ auch nicht. Außerdem kann der Kunde sein Buch in bar bezahlen, und zwar erst dann, wenn er es abnimmt.

Auch der Weinhandel gehört zu den 2016er eher neuen Branchen. Hier wie da handelt es sich meistens um inhabergeführte Geschäfte mit einem intensiven Informations- und Beratungsbedarf. Die Kommunikation mit dem „Probiereffekt“ spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

Bundesweite und namhafte Modeketten sind eher aus Konkurrenz zu den Mitbewerbern vermehrt am Ort vertreten. Nicht jede Niederlassung ist rentabel oder profitabel. Manche von ihnen „werden mit durchgeschleppt“.

Lebensmittelhandel setzt sich im Onlineshop durch

Im 2016er Onlinehandel ist zu beobachten, dass der Handel mit Waren und Produkten aus dem Lebensmittelbereich zunimmt. Bisher waren es in erster Linie Bio- und Naturkostanbieter. Mittlerweile werden auch andere Fisch-, Fleisch- Brot- und Backwaren online vertrieben. Deren Qualität ist ebenso gut wie im Einzelhandel. Das Bestechende daran ist auch hier die Logistik. Die Ware wird Sommer wie Winter ins Haus geliefert. Sie ist topfrisch, bestens verpackt und keineswegs teurer als im Einzelhandel. Mit den Versandkosten muss sich der Kunde anfreunden. Im Gegenzug spart er Zeit und Geld, was im ländlichen Bereich durchaus ein Thema ist. Das betrifft auch Ältere und alte Menschen mit körperlichem Handicap. Sie sind besonders in den Wintermonaten an ihr Zuhause gebunden. Da ist es eine schöne Sache, wenn frischgebackenes Brot und hausgebackener Kuchen direkt an die Haustür geliefert werden.

Onlineshop für Versicherer und Dienstleister mit erheblichem Nachholbedarf

Die Neuerungen im VVG, dem Versicherungsvertragsgesetz aus den vergangenen Jahren bringen einen erheblichen Beratungsbedarf mit sich. Unterschriebene Beratungsprotokolle sind für eine seriöse Kundenberatung unerlässlich. Versicherungen und Finanzdienstleistungen sind beratungsintensiver geworden. Hier haben die Onlineanbieter einen erheblichen Nachholbedarf. Angebote wie Skypen und Chatten sind auch im Jahre 2016 noch sehr rar. Wenngleich Versicherungen und Wertpapiere „nicht in Onlineshops verkauft werden“, so werden sie dennoch auf dieselbe Art und Weise angeboten und vertrieben, in dem Sinne gehandelt.

Die Kosmetikindustrie hat im Onlinehandel ebenfalls einen Aufholbedarf. Auch sie „krankt daran“, dass der Kunde die ausgewählte Ware gerne in Natura sehen und riechen möchte. Schöne Hochglanzbilder und Produktvielfalt sind das eine, Riechen, Anfassen und die Angst vor Plagiaten das andere. Wer Parfum verschenkt, der zahlt gerne den Originalpreis für das Originalprodukt.

Optimismus für das 2016er Weihnachtsgeschäft auf beiden Seiten

Die Kauflust der Bürger ist nach wie vor ungebrochen. Weihnachten ist in unserem Kulturkreis für jeden das Jahreshighlight. Da wird nicht auf jeden Euro geachtet. Sowohl Online- als auch stationärer Einzelhandel werben und „ködern“ ihre Kunden mit dem Slogan: „Heute kaufen, morgen bezahlen“. Der Optimismus auf ein gutes Weihnachtsgeschäft ist bei beiden Handelsformen berechtigt. Das Geld ist vorhanden und wird auch ausgegeben. Die einen machen anderen, die anderen sich selbst eine Weihnachtsfreude. Die Vielfalt an Geschenken und Präsenten ist so groß, dass sämtliche Branchen im stationären Einzelhandel sowie bei den Onlineshops davon profitieren. „Renner“ wie die Unterhaltungselektronik werden hier wie da angeboten. Auch im Einzelhandel gibt es Rabatte, Aktionen und Sonderposten. Hinzu kommen persönliche Beratung und ein örtlicher Lieferservice. Onlineshops werden sich schwer damit tun, ihren Vorsprung gegenüber dem Einzelhandel zu halten.

Aussichten für 2017 – Das eine tun, und das andere nicht lassen

Schon seit einigen Jahren ist der Einzelhändler gut beraten, sich als zweites Standbein einen Onlineshop aufzubauen. Auch im kommenden Jahr wird bundesweit der Einzelhandel schrumpfen. Vergleichszahlen aus dem Onlinehandel gibt es nicht. Der Einzelhandel ist oftmals die Existenz des Inhabers. Der macht höchst gern „ultimo“. Das Ende ist erfahrungsgemäß mit bleibenden Verbindlichkeiten verbunden, bis hin zur Privatinsolvenz. Diese Situation lässt sich geschickt durch einen zusätzlichen Onlinehandel vermeiden. Beides läuft einige Zeit lang parallel, sodass erkennbar ist, welches von beiden das dauerhaft bessere Standbein ist. Es könnte sein, dass viele Unternehmer mit dem Einzelhandel als ihrem einzigen Standbein das Jahr 2017 nicht überleben werden.

Bildquelle: bigstock ID 148415234 by ijeab

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