Kräutergarten selber anlegen

Die richtigen Kräuter sind wichtig für das SalatdressingFoto ©Bigstock

Wie legt man einen Kräutergarten selber an?

Für die Anlegung eines Kräutergarten benötigt man kein großes Grundstück. Ein kleiner Grünstreifen an der Terrasse genügt. Bei der Gestaltung des Gartens kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Trotzdem müssen einige wichtige Dinge beachtet werden, um auch einen anständigen Ertrag aus dem Garten zu erhalten.

Um die Nutzung des Kräutergartens so einfach wie möglich zu gestalten, sollte man ihn in der Nähe der Küche anlegen. Wenn es beispielsweise regnet, ist es immer komfortabler, keinen langen Weg im Garten zurücklegen zu müssen, um frische Kräuter für das leckere Sonntagsessen zu ernten.
Zunächst gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Kräutergarten anzulegen. Man kann Kräuter sowohl im Beet, in Töpfen, aber auch in einer Kräuterspirale anbauen. Die Vorteile von

Boden und Nährstoffgehalt

Kräuterbeete im Garten sind, dass man sie in individuelle Abschnitte unterteilen kann. Um das Beet auch ansehnlich und dekorativ zu gestalten, sind Einfassungen aus Buchs eine gute Idee. Der Anbau im Topf ist am platzsparendsten und auch für Balkone geeignet.
Um den perfekten Platz für ein Kräuterbeet zu schaffen, ist es zunächst wichtig, den Boden von Unkraut zu befreien. Zudem sollte der Boden gelockert und gegebenenfalls mit Sand und Kompost durchzogen werden. Dies ist vor allem bei lehmigen Böden unverzichtbar, da sonst Staunässe entsteht. Bei einem niedrigen PH-Wert unter 6,5 ist es zusätzlich sinnvoll, Kalk zu streuen.

Welche Kräuter pflanzt man wo?

Mediterrane Gewächse bevorzugen sonnige und windgeschützte Plätze im heimischen Kräuterbeet. Der Boden sollte hierfür locker und durchlässig sein. Nach einiger Zeit, wenn die Pflanzen eingewachsen sind, haben sie auch mit Trockenheit kein Problem.
Heimische Kräuter wie Schnittlauch, Kerbel, Dill und Petersilie allerdings brauchen feuchte und gehaltvolle Erde. Deshalb ist es sinnvoll, diese beiden Arten von Kräutern im Beet zu trennen.

Mit etwas liebevoller Pflege geingt der Kräutergarten auch optisch!

Mit etwas liebevoller Pflege geingt der Kräutergarten auch optisch!

Basilikum dagegen ist in vielen Rezepten einsetzbar, im Anbau dagegen komplizierter. Auf der einen Seite mag er viel Wärme, aber volle Sonne ist zu viel für ihn. Weiter ist es unablässig in kontinuierlich feucht zu halten, trotzdem sollte er nicht im kalten Regen stehen. Aus diesen Gründen sollte er alleine im Topf gehalten werden oder an einem Platz mit Überdachung.

Welche Kräuter sollte man säen, welche Pflanzen sollte man kaufen?

Im Allgemeinen kann zwischen kurzlebigen und langlebigen Kräutern unterschieden werden.

Kurzlebig sind zum Beispiel Petersilie und Basilikum. Diese beiden lassen sich entweder zuerst in Töpfen oder direkt am endgültigen Standort vom Kräutergarten aussäen. Um immer Pflanzen zu haben, welche in voller Pracht stehen, empfiehlt es sich, die Kräuter jährlich zu erneuern. Stauden wie Thymian oder Rosmarin dagegen halten mehrere Jahre.
Ein weiteres Kriterium für die Entscheidung gegen oder für die Aussaat, ist die Jährigkeit der Pflanze. Einjährige Kräuter beispielsweise lassen sich gut säen, am besten Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu befürchten ist. Um die Aussaat zu begünstigen, sollte man den Boden noch mit etwas Gartenvlies belegen. Zweijährige Kräuter sollte man hingegen schon als kleine Pflanzen kaufen, da diese robuster sind als die eigene Aussaat.
Bei langlebigen Pflanzen dagegen ist der Kauf der fertigen Pflanze im Topf vorzuziehen. Jedoch gibt es auch die Möglichkeit, aus Stecklingen selbst Pflanzen heranzuziehen. Hierbei kann man im Spätsommer die Triebspitzen abtrennen und die Aussaaterde stecken. Diese sollten bis zum Neuaustrieb feucht gehalten werden. Manche Stauden, wie zum Beispiel die Minze kann man ganz einfach teilen und an einem anderen Ort pflanzen.

Pflege des Kräutergarten

Das Wichtigste für jede Pflanze ist genügend Wasser. Deshalb hat das tägliche Gießen, am besten am Vormittag, wenn die Sonneneinstrahlung noch nicht so stark ist, höchste Priorität. Da sonst die Möglichkeit besteht, dass das Wasser die zarten Blätter der Kräuter verbrennen könnte. Eine andere Option ist das Gießen abends, wenn die Sonne untergeht. Vor allem Petersilie, Kümmel und Schnittlauch benötigen viel Feuchtigkeit.
Auch die regelmäßige Auflockerung des Bodens sollte regelmäßig durchgeführt werden, um ein Verhärten der Oberfläche zu verhindern. Eine verkrustete Oberfläche lässt nicht mehr genügend Wasser zu den Wurzeln. Dadurch kann ein Feuchtigkeitsmangel bei den Pflanzen ausgelöst werden.

Ernte der Kräuter

Obwohl Kräuter häufig abgeerntet werden, schadet es den Pflanzen nicht. Ganz im Gegenteil:

Der Schnitt hält die Pflanze frisch und regt zu neuem Austreiben an. Besonders bei Pflanzen, die zum Verholzen neigen, wie Rosmarin und Lavendel, ist der regelmäßige Schnitt vorteilhaft.

Für den täglichen Bedarf sollte man die Kräuter an heiteren Tagen ernten. Empfohlen wird hier der frühe Vormittag, da die Blätter noch knackig und frisch sind. Die verschiedenen Kräuterarten sollten nach der Ernte am besten in unterschiedlichen Gefäßen aufbewahrt werden, um eine Vermischung der Aromen zu vermeiden. Es gibt allerdings auch Kräuter, die sich aufbewahren lassen wie zum Beispiel Dill und Fenchel. Bei ihnen ist der frische Verzehr vorzuziehen.

Kräuter aufbewahren – aber wie?

Da man viele Kräuter im Winter nicht ernten kann und der Ertrag oft den Bedarf übersteigt, ist es sinnvoll, die Kräuter aufzubewahren. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es die Möglichkeit, die Pflanze zu trocknen. Hierfür kann man die Kräuter bundweise auf Kleiderbügel oder ähnliches kopfüber hängen. Wenn die Pflanze getrocknet ist, lassen sich die einzelnen Blätter leicht abstreifen. Diese können dann in dunklen, trockenen Gefäßen gelagert werden.
Man kann beispielsweise Dill, Schnittlauch oder auch Petersilie hacken, in kleine Formen füllen und danach mit Wasser aufgießen. So kann man die einzelnen Portionen leicht für Gerichte nutzen und erhält nahezu den Geschmack von frischen Kräutern.
Eine letzte Möglichkeit, ist die übrig gebliebenen Kräuter in Öl einzulegen. Dafür sollte man die Kräuter einen Tag trocknen lassen. Daraufhin kann man sie zusammen mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Öl in Flaschen füllen. Diese eignen sich auch als dekoratives Mitbringsel.

Kräutergärten auf Balkonen

Viele Menschen haben keine großen Gärten, wollen aber trotzdem auf den Geschmack von frisch geernteten Kräutern nicht verzichten. Wenn man über einen Balkon verfügt, ist dies kein Problem. Der Kräutergarten auf dem Balkon unterscheidet sich am meisten vom herkömmlichen Kräuterbeet durch das nicht vorhandene Regenwasser. Deshalb sollte verstärkt darauf geachtet werden, die Pflanzen regelmäßig mit Frischwasser zu versorgen. Da der Platz häufig begrenzt ist, sollte auf Kräutermischungen zurückgegriffen werden.

Ein weiterer Nachteil des Kräutergartens auf dem Balkon ist der Wind. Da der Balkon naturgemäß höher gelegen ist als der Kräutergarten auf dem Boden, zieht es häufig viel stärker. Deshalb sollte darauf geachtet werden, vor allem robuste, standhafte Kräuter auf dem Balkon anzubauen. So sollten Pflanzen mit weichen großen Blättern auf dem Balkon vermieden werden.

Bildquelle: Bigstock

 

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