Was ist ein Pfändungsschutz­konto?

Verbraucherschützer können sich über das Gesetz zur Reform des Kontopfändungsschutzes ebenso freuen wie die Verbraucher selbst, denen mit der Einführung eines Pfändungsschutzkontos das Leben mit Schulden bzw. den zwangsläufig daraus resultierenden Kontopfändungen nun ein wenig erträglicher gemacht wird.

Denn galt vor der Reform, dass Gläubiger den gesamten positiven Barbestand des Girokontos pfänden konnten, so ist dies nicht mehr möglich. Denn durch das Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto genannt, genießt der Kontoinhaber einen Pfändungsschutz in Höhe der gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen. Aktuell liegt dieser Basis-Pfändungsschutz bei 1.028,89 €; eine Erhöhung ist möglich. Beträge, die unterhalb dieser Grenze liegen, dürfen von Gläubigern vom Pfändungsschutzkonto nun nicht mehr gepfändet werden. Das hat den Vorteil, dass er bestimmte Leistungen wie Kindergeld, Unterhaltszahlungen oder die Entgegennahme von Leistungen nach SGB II nicht mehr sofort vom Konto abheben muss, um sie entsprechend zu sichern. Zudem fallen alle Arten von Einkünften nunmehr unter den Schutz dieses P-Kontos, was vor allem für Selbstständige und Rentner ein großer Vorteil ist.

Dabei kann das Pfändungsschutzkonto nur ein erster Schritt sein. Denn nach wie vor haben Verbraucher mit einer schlechten Bonität keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto. Selbst das so genannte Guthabenkonto wird Verbrauchern längst nicht bei jeder Bank gewährt.

Wer als Verbraucher ein Pfändungsschutzkonto haben möchte, eröffnet bei seiner Bank kein neues Girokonto. Vielmehr behält er sein Konto, es wird lediglich mit einem P-Vermerk bei der Bank geführt. Wie bei Krediten bzw. jeder Kontoeröffnung auch, erhält die Schufa von dem P-Vermerk eine Mitteilung. Dieser Vermerk darf allerdings nicht dazu führen, dass der Verbraucher in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft wird. Die Schufa prüft lediglich, ob der Verbraucher bereits anderweitig ein Pfändungsschutzkonto eröffnet hat; dieses ist dem Verbraucher von Gesetzeswegen verboten.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass jeder Verbraucher mit seiner Bank eine Vereinbarung dahingehend treffen kann, sein bestehendes Girokonto als Pfändungsschutzkonto zu führen, unabhängig davon, ob bereits eine Kontopfändung vorliegt oder nicht.

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