Die Kultur im Wandel unserer Zeit

Kultur-im-Wandel

Eine Kultur ist im 21. Jahrhundert nur noch selten ein homogenes Gebilde, das sich hermetisch von anderen Kulturen abgrenzt. Durch Vermischung und Interaktion sind heutige Kulturen von Homogenität und Wandlungsdynamik gekennzeichnet. Ein prägnantes Beispiel sind die Aborigines, die durch Kolonisation mit der industriell-technisierten Welt unauflösbar verwoben wurden.
In einem weltweit agierenden Staat wie Deutschland gestaltet sich die Heterogenität durch Globalisierung, Migration und Tourismus weitaus diffuser. Unter dem verbindenden Gesetzestext des deutschen Rechts wuselt ein Pluralismus kultureller Identitäten. Obwohl beispielsweise von christlich-römischer Ideentradition geprägt, sei dem Bundespräsidenten zufolge der Islam in Deutschland angekommen. Unter diesen Umständen fällt es dem Individuum zunehmend schwerer, sich strikt einer bestimmten Kultur zugehörig zu fühlen. Die neue Generation von Migrantenkindern ist hin- und hergerissen zwischen traditionell-islamischem Gedankengut, das ihnen zu Hause vermittelt wird und westlich-liberaler Konsumideologie, auf die sie in der Schule und in der Freizeit treffen. Dementsprechend ergeht es der deutschen Jugend. Nicht nur reiht sich der migrantische Nachwuchs in seinen Freundeskreis ein, auch die Medien konfrontieren ihn kontinuierlich mit Manifestationen einer anderen Kultur wie Mangas und Animes. Der akute Wandel der Kultur zeichnet sich durch Hybridität und Auflösung traditioneller Grenzen aus. Beschleunigt wird dieser Prozess durch die universelle Informationspräsenz des Internets. Das bedeutet, dass verschiedene Gedankeninhalte, Weltauffassungen und Lebensstile nicht nur nebeneinander koexistieren, sondern in einer Person zu einer individuellen Melange verschmelzen können. Die Wahrnehmung der eigenen Kultur wird insofern zur subjektiv-einmaligen Erfahrung.

Es ist offen, wie dieser Prozess in Zukunft voranschreiten und welche Prägungen innovativer Kultur er hervorbringen wird. Die Konsumorientiertheit und Rationalität des Abendlandes trifft auf die spirituelle Verankerung des Morgenlandes, die partiell ein Bündel religiöser Dogmen mit sich schleift. Zu hoffen ist, dass diese unterschiedlichen Aspekte menschlicher Lebensentäußerung voneinander lernen weden.

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