Theater auf der Bühne des Lebens!

theater

Das Theaterspielen ist eine Passion des Menschen. Unabhängig von allen künstlerischen Konzeptionen fasziniert die Zuschauer immer wieder die Möglichkeit, anderen glaubhaft etwas vorzuspielen. Die Erfahrung, dass man damit im Leben oft weiter kommt als mit geradliniger Offenheit, hat jeder schon gemacht.

Es ist sicher kein Zufall, dass die alten Griechen das Theater gleichzeitig mit der öffentlichen Politik erfunden haben. Eines der besten Zitate zum Verhältnis von Theater und Leben stammt vom Großmeister des Schauspiels William Shakespeare: „Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist, dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht.“

Unbewusst tun das die meisten von uns. Jeder kultiviert Eigenarten und stellt sich der Öffentlichkeit in eigener Weise dar. Das ist nicht nur im Spieltrieb des Menschen begründet, sondern auch eine Anpassung an die geltenden Normen. Denn nur in der Gemeinschaft kann der Mensch Erfolg haben. Um andere Menschen für sich zu gewinnen, spielt jeder ein bisschen Theater: bei der Partnersuche, im Beruf, in der Familie.

Es gibt Rollen, die sind einem auf den Leib geschrieben, und Verhaltensweisen, die man so stark ablehnt, dass man sie nicht annehmen möchte. Zwischen diesen beiden Extremen spielt sich unsere Anpassung ab. Auch wenn wir in bestimmten Situationen unserer Wirkung Nachdruck verleihen wollen, nutzen wir theatralische Mittel: um die Kinder mit erhobener Stimme endlich ins Bett zu zwingen, um reuevoll einen Fauxpas auszugleichen oder um forsch einen Vorteil zu erreichen. Da jeder Mensch Theater spielt, ist es nicht schlimm, es auch selbst zu tun. Wichtig ist nur, dass sich die Rolle nicht allzu weit vom wahren Wesen entfernt. Denn dann würde unser Theater schnell als Theater durchschaut werden.
Wenn es um langfristige Partnerschaften, sei es privat oder beruflich, geht, sollten wir authentisch bleiben. Denn dann sind wir am stärksten und andere können sich darauf einstellen.

Keine Kommentare

Keine Kommentare bisher.

Diesen Beitrag kommentieren