Fahrradkurier – Seinen Sport zum Beruf machen

Zunächst ist der Gedanke attraktiv, seinen Sport auch gleich zum Beruf zu machen. Für Radfahrer kommt der Einsatz in einem Profi-Rennteam in Frage, allerdings sind die Qualifikationshürden dafür sehr hoch. Bleibt noch die Tätigkeit als Fahrradkurier. Immerhin kann der ambitionierte Radsportler seine Arbeitszeit für seinen Sport nutzen. Er hat die Möglichkeit seinen Körper im Grundlagenbereich zu belasten und er kann beliebig über die anaerobe Schwelle hinausgehen. Mit der Kuriertätigkeit betätigt der Radfahrer mehrere Stunden pro Tag nicht nur sein Herz-/Kreislaufsystem entsprechend seinem Sport, auch Muskulatur und Gelenke bleiben in der gewünschten sportlichen Belastung. Wie auch im Training kann der Fahrradkurier seinen Sport bei jeder Witterung, ob im Sommer oder im Winter, bei Regen oder Trockenheit ausüben, bekommt also damit die gewisse Witterungs-Härte, die für Wettkämpfe in seinem Sport auch erforderlich ist. Die Reaktionsfähigkeit und -schnelligkeit, die für den Kurier lebensnotwendig sind, sind auch wertvoll in seinem Sport.

Die Dauer der Sportausübung ist bei einer Kuriertätigkeit durchaus vergleichbar einem Wettkampf, in dem ja auch über mehrere Stunden hinweg körperliche Belastung mit mehr oder weniger Intensität erbracht werden muss. Also die ideale Tätigkeit? Nicht ganz, wie eine Dissertation der LMU München von 2002, Frau Diane Bettzüche, Titel: „Untersuchungen zur broncho-pulmonalen Beanspruchung…“ zeigt: Die mehrstündige sportliche Belastung innerhalb der Großstädte verursacht eine hohe Schadstoffbelastung im Körper des Fahrradkuriers. Die Verschlechterung der Lungenfunktion gegen Ende eines solchen Kurier-Arbeitstages ist messbar.

Über diese Risiken muss sich der Fahrradkurier bewußt sein. Vielleicht kann er bei seiner Routenwahl diese Risiken mindern. Auch die Wahl des Arbeitsgerätes läßt viele Möglichkeiten offen: Der Kurier kann mit seinem Fixie fahren, ohne Schaltung und Bremsen. Rechtlich nicht zugelassen haben sich die Räder trotzdem zum Kult entwickelt. Damit sind die Fixies auch eine Trainingsmöglichkeit für den Sport auf der Bahn, bei dem bekanntlich nur starre Naben zugelassen sind.

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