Das Ende des Video – DVD kills the Videotheques

Erinnern Sie sich noch an Harpos Video kills the radiostars“ aus den 70ern? Dieser Tod wurde gerächt. Neue Techniken hauchten seither dem Video das Lebenslicht aus.Eine Erhebung des Fachhandels stellte im Jahr 2001 noch fest, dass bis dato sich immer noch mehr als die Hälfte aller Käufer für die Videotechnik entschieden. Doch danach ging es, trotz gegenteiliger Prognose der Experten, recht schnell mit der Ablösung und nacheinander triumphierten die CD, die DVD und heutzutage fortschrittliche Techniken wie die Blu-ray Disc. Schon die Vokabel Video kommt einem heutigen Twen sicherlich so fremd vor, als spräche man über Dinge wie eine LP, eine Musikkassette oder sogar eine Diskette. Wie konnte nur so plötzlich dazu kommen?

Neben der einfacheren Handhabung der Hardware, bei der man nicht mehr umständlich vor- bzw. zurückspulen musste, um eine bestimmte Stelle eines Films wiederzugeben, war es anfangs sicherlich die bessere Speicherung der Software, die gegen ein Video sprachen. Die Technik basierte eben auf Kohlefaserband; neben der inzwischen nur noch älteren Semestern bekannten Problematik eines „Bandsalats“ liess die Wiedergabequalität mit der Häufigkeit des Gebrauchs bei einem Video schnell nach. Videotheken, die es damals noch an jeder Straßenecke gab, konnten ein Lied davon singen. Bei häufigem Verleih wurde die Qualität eines Bandes oft schon nach wenigen Wochen erheblich eingeschränkt. Deshalb erblickte anfangs auch mancher Verleiher in den neuen Techniken neue Chancen – wurde allerdings bald darauf eines besseren belehrt.

Denn wenn selbstverständlich auch die bessere Haltbarkeit und geringerer mechanischer Abrieb die neuen Plattenspeichermedien den Betreibern von Videotheken vielversprechend schienen, so hatten sie doch für die Branche einen entscheidenden Nachteil: es war eine Technik, die eine Vervielfältigung von Medien für jedermann ermöglichte. Wenn es schon in der Vergangenheit auf dem Schwarzmarkt ein Angebot von Filmen auf Video gab, so war es mit den neuen Techniken möglich, sie auf jedem PC – den bald jeder Haushalt besaß – zu duplizieren. Damit nicht genug, gab es mit dem Internet sogar eine allgemein verfügbare Plattform, die in kürzester Zeit alle speicherbaren Inhalte zur Verfügung stellte. So war das Video nicht nur technisch überholt, sondern auch abgeschnitten von den neuen Foren des Transports für Inhaltsformate – was früher eine Videothek war, zu der ich laufen musste, ist heute längst ein Internet-Anbieter.

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